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Eine geschlossene, unterirdische Abwasserführung ist in unseren Breitengraden eigentlich Stand der Technik. In der Emscherregion ist dies jedoch anders. Aufgrund der häufigen Bergsenkungen musste das Abwasser offen in den zu betonierten Abwassersammlern umfunktionierten Gewässern geführt werden. Wegen der Nordwanderung des Bergbaus wird das Abwasser nun aber auch hier unter die Erde verbannt, oberirdisch kann eine saubere, ökologisch verbesserte Neue Emscher entstehen. An den Emschernebenläufen und auch an der Emscher selbst hat die Arbeit längst begonnen; hier fließt das Schmutzwasser teilweise schon in unterirdischen Kanälen. Bis zum Jahr 2009 werden die Abwasserkanäle an der Emscher zwischen Holzwickede und Dortmund-Deusen fertig gestellt sein. Der sich nach Westen anschließende Emscher-Kanal leitet das Abwasser aus den Nebengebieten der Emscher zu den Kläranlagen Bottrop und Dinslaken. Die Planung dieses Kanals wurde nach vorbereitenden Studien Anfang 2002 in Angriff genommen. Mit dem Erhalt des Planfeststellungsbescheids im August 2008 ist ein wichtiger Meilenstein erreicht.


Das kanalisierte Einzugsgebiet umfasst insgesamt 430 Kubikmeter, davon sind 160 Quadratkilometer versiegelt. Insgesamt leben rund 1,8 Millionen Menschen im Einzugsgebiet. Allein schon die Dimension des Einzugsgebietes verdeutlicht Größe und Bedeutung dieses wasserwirtschaftlichen Projektes.
Der besonders lange Transportweg von 18 Kilometer Kanal am Oberlauf und 73,4 Kilometer am Hauptlauf führt zu ausgeprägten Tieflagen bis 40 Meter. Es werden daher höchste Anforderungen an das Material des Kanals mit seinem Durchmesser bis zu 2,8 Meter, an den vorbeugenden Korrosionsschutz, die Be- und Entlüftung einschließlich der Abluftbehandlung sowie an den Arbeitsschutz gestellt. Um dem hohen technischen und wirtschaftlichen Aufwand der Baumaßnahme gerecht zu werden, wurde für den Emscher-Kanal eine Mindestnutzungsdauer von 100 Jahren festgelegt.
Neben dieser angestrebten Nutzungsdauer und der Schwierigkeiten bei der Trassenfindung ist die Betriebssicherheit des überwiegend als Einrohrkanal ausgelegten Emscher-Kanals ein zentraler Aspekt. Für den Fall des Totalversagens wurde daher eine Lösung zur Überleitung des Abwassers mittels Pumpen und provisorisch verlegter Druckrohrleitungen entwickelt. Im Rahmen der Planung wurden 3 m³/s Förderstrom und 25 Meter Tiefenlage als technische Grenzen für diese Lösung festgelegt. Die Kanalabschnitte, in denen der Abfluss beziehungsweise die Tiefenlage diese Grenzen überschreiten, sollen als Zweirohrkanal ausgeführt werden.
© Emschergenossenschaft/Lippeverband