Gelsenkirchen setzt auf Zukunftsbildung für alle

Inklusive, chancengerechte und qualitativ hochwertige Bildung verbunden mit den Grundsätzen der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) – mit dieser Art „Zukunftsbildung“ verfolgt Gelsenkirchen das Ziel einer nachhaltigen (Stadt-)Entwicklung. Basis dafür ist die Agenda 21 bzw. die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs). Wichtige Voraussetzung für eine solche Entwicklung: Die Menschen vor Ort müssen motiviert und in der Lage sein, die Zukunft ihrer Stadt verantwortlich mitzugestalten – Lern- und Gestaltungskompetenzen sind gefragt.

Folgerichtig, dass Gelsenkirchen am Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilnimmt und die Idee einer „lernenden Stadt“ umsetzen will. 2016 erfolgte – als erste deutsche Großstadt – der Beitritt zum „Global Network of Learning Cities“. Und schon 2017 wurde die Stadt an der Emscher für ihre nachhaltigen Aktivitäten im Bereich Bildung und lebenslanges Lernen mit dem „Learning City Award“ der UNESCO ausgezeichnet. Zahlreiche Projekte und die Einbindung vieler unterschiedlicher Akteure tragen dazu bei, dass der Zugang zu Bildung für alle möglich ist. Koordiniert wird die Planung und Umsetzung der nachhaltigen Bildungsmaßnahmen vom aGEnda 21-Büro Gelsenkirchen.

Vielfältige Projekte bieten Bildungschancen

Was wird in der Stadt alles auf die Beine gestellt? Einige Projekte wollen wir hier kurz vorstellen.

Bereits 2015 hat das aGEnda 21-Büro in Kooperation mit der Volksbank Ruhr Mitte den „JugendNachhaltigkeitsFonds“ ins Leben gerufen. Jugendgruppen aus Gelsenkirchen können hier Förderung für Projekte zu verschiedenen Themenfeldern der nachhaltigen Entwicklung beantragen. Seit 2017 muss sich die Antragstellung auf eines der 17 SDGs beziehen. Die Projekte sollten von den Jugendlichen selbst entwickelt und umgesetzt werden.

Im Biomassepark Hugo – errichtet auf dem früheren Industrieareal der Zeche Hugo – finden sich neben schnell wachsenden Bäumen für die nachhaltige Holzernte auch einige Lernorte. Dazu gehört ein Umwelt-Infopfad, an dessen Stationen Themen wie Energie, Wald, Boden oder Urban Gardening behandelt werden. In einem großen Gemeinschaftsgarten finden beispielsweise regelmäßig Bildungsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche statt: Da wird gemeinsam Gemüse angebaut, Unkraut gezupft und schließlich aus dem Selbstgeernteten etwas Leckeres gekocht. Besonders interessant und lehrreich ist auch der Färbergarten: Hier wachsen Pflanzen, aus denen Farbpigmente gewonnen werden, mit denen man dann z. B. Bilder malen oder selbst Seifen einfärben kann. Die Kids erfahren so, wie man frisches und gesundes Essen zubereitet, wo natürliche Farben herkommen – und was ein Bienenvolk neben süßem Honig noch so alles produziert. Denn von einem Imker betreute Bienenstöcke sind ebenfalls im Park beheimatet.

Gemeinschaftsgarten im Biomassepark Hugo: Nach dem Pflanzen werden die Hochbeete von den Kids mit bunten Farben verschönert (Foto: Michael Godau)

Schon seit über 10 Jahren gibt es das von der Volksbank Ruhr Mitte geförderte und mehrfach ausgezeichnete Bildungsnetzwerk „KreativWerkstatt“. Unter den Themenschwerpunkten künstlerisches Gestalten, neue Medien sowie Naturbegegnung und -wissenschaften sind viele spannende Projekte gebündelt wie beispielsweise das EnergyLab (das Schülerlabor im Wissenschaftspark Gelsenkirchen) oder die KinderUmweltZeitung KUZ, geschrieben und gestaltet von Schülerinnen und Schülern für ihre Altersgenossen. Alle Aktivitäten vereint ein Ziel: die Zukunftskompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Ab 2019 sind wissenschaftliche Begleitung und weiterentwickelte Module geplant. Ein Fokus soll auf der Verknüpfung von schulischer Bildung mit der Zukunftsbildung an außerschulischen Lernorten liegen.

Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen und aktiv an der Gestaltung der eigenen Stadt mitwirken, das lernen Kinder und Jugendliche im Jugendrat Gelsenkirchen. Die Mitglieder setzen sich dafür ein, dass jugendpolitische Aspekte in der Stadt nicht zu kurz kommen. Neben der Gremienarbeit wird auch Projektarbeit geleistet.

Tolle Angebote für Mädchen bietet der Internationale Mädchengarten in Gelsenkirchen-Schalke. Hier können Mädchen mit und ohne Behinderung Obst und Gemüse anpflanzen, bewirtschaften und zu köstlichen Gerichten verarbeiten. Zudem sind Kurse und Workshops zu verschiedenen Themen rund um nachhaltiges Handeln im Programm. So haben die Mädchen ganz unter sich die Möglichkeit, sich auszuprobieren und ihre Talente zu entdecken – oder einfach nur mal zu chillen.

Kindern auf spielerische und fantasievolle Art die unterschiedlichen Facetten der Natur zu vermitteln, das vereint die zahlreichen Veranstaltungen, die im Rahmen des Umweltdiploms 2018 besucht werden können. Anmelden kann man sich ganz einfach online auf der Website der Stadt Gelsenkirchen. Natürlich kommt hier auch das Wasser nicht zu kurz, z. B. bei den Wasser-Detektiven im Wasserwerk Haltern (04.04. und 17.10.), „Sauberes Wasser ist unser wichtigstes Hab und Gut“ (10.04.) oder „Keschern: Wer lebt am Teich?“ (01.06.). Das komplette Programm gibt es hier als PDF zum Download.