Liz Möhnesee: BNE mit Kopf, Herz und Hand

An der Mikroskopierstation selbst geheimnisvollen Kleinstlebewesen auf die Spur kommen. Mit dem Ruderboot raus auf den Möhnesee fahren, an verschiedenen Stellen Wasserproben nehmen und untersuchen. Eine Talsperre live erleben und dabei unterwegs spannendes Wissen aufsaugen. Egal, ob drinnen oder draußen: „Lernen und Erfahren mit allen Sinnen – mit Kopf, Herz und Hand“ – dieses Motto gilt für alle Bildungsveranstaltungen des Landschaftsinformationszentrums Wasser und Wald Möhnesee e. V., kurz: Liz. Die Naturschutzeinrichtung im Naturpark Arnsberger Wald ist ein beliebter außerschulischer Lernort und seit 2016 Regionalzentrum für BNE in NRW. Entsprechend verfolgt das umweltpädagogische Programm einen fächerübergreifenden, lehrplanorientierten Ansatz und verknüpft ökologische, ökonomische, kulturelle und soziale Aspekte.

Das fängt schon im schönen historischen Gebäude des Liz an, einem „Haus voller Erlebnisräume“: Auf rund 250 Quadratmetern werden hier in einer interaktiven, handlungsorientierten Ausstellung drei tolle Erlebnisräume zu den Themen Landschaft, Wasser und Wald präsentiert. Gerüstet mit theoretischen Hintergrundinfos geht es dann nach draußen, aktiv Erfahrungen in der Natur sammeln. So werden die Menschen an lokalen Beispielen für ökologische Themen sensibilisiert, können gleichzeitig globale Zusammenhänge erkennen und – besonders wichtig – sich als Gestalter ihrer Umwelt begreifen. Denn aus diesem Begreifen folgt nicht selten ein persönliches Engagement für Umwelt- und Naturschutz.

Für alle Altersklassen – von Kindergartenkids bis hin zu Senioren – gibt es ein passendes Angebot. Ein thematischer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Wasser: Kein Wunder, laden doch – neben kleineren Bächen – die Möhne, die Möhnetalsperre und der Möhnesee in unmittelbarer Nähe zu Exkursionen ein. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich dabei laut Liz-Leiterin Kerstin Heim-Zülsdorf die Bacherkundung mit Bestimmung der Gewässergüte und der Talsperrenrundgang. „Die Bacherkundung mit dem Thema Gewässerschutz ist sehr aktuell und vor allem handlungsorientiert. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können selbst Kleinorganismen im Gewässer suchen und bestimmen“, erläutert Kerstin Heim-Zülsdorf. „Und die Möhnetalsperre mit ihren Aufgaben und Funktionen ist ein echtes Highlight der Region. Ihr Bau hatte massive Veränderungen der Landschaft zur Folge.“

Was schwimmt denn da? Anhand von Wasserproben lässt sich eine biologische und chemische Gewässergüteuntersuchung durchführen. Foto: Landschaftsinformationszentrum Wasser und Wald Möhnesee e. V.

Neben einzelnen Veranstaltungen können Schulklassen, die in der Jugendherberge Möhnesee zu Gast sind, auch ein abwechslungsreiches Mehrtagesprogramm buchen. Für Lehrerinnen und Lehrer stehen Fortbildungen im Bereich Naturerlebnispädagogik und Spezialangebote zu verschiedenen natur- und umweltbezogenen Themen auf dem Programm. Wer nicht an den Möhnesee kommen kann, der sollte das BNE-Umweltbildungsangebot des Liz-Umweltmobils nutzen: Ausgestattet mit vielfältigen Materialien – und einer engagierten Umweltpädagogin – macht der Umweltbus auf Wunsch an Kindergärten, Schulen oder anderen Einrichtungen in der gesamten LEADER-Region Lippe-Möhnesee halt.

Nicht nur die Umweltbildung ist eine zentrale Aufgabe des Liz, auch praktische Naturschutzarbeit wird hier geleistet: beispielsweise in den beiden Naturschutzgebieten des Möhnesees, im Rahmen des LIFE + Projekts „Möhneaue“ und beim EFRE-Projekt „Weidelandschaft Kleiberg“.

Alle Angebote des Liz finden Sie online. Unbedingt reinschauen!