Mährenfurt - die Projektidee

Emscher, Flusskilometer 39. Der offene Abwasserlauf zieht sich schnurgerade durch die Landschaft, trennt die Städte Herne und Recklinghausen. Mit ihrer Schmutzfracht und ihrer starken Strömung stellt die Emscher noch eine unüberwindbare Grenze dar. Gequert werden kann sie heute nur an Brücken. Früher gab es an der mäandrierenden Emscher Furten, d. h. flache Stellen im Fluss, die von den Menschen und auch den Wildpferden des Emscherbruchs gleichermaßen genutzt wurden, um die natürliche Grenze zu passieren. An diese Vergangenheit erinnert im Recklinghausener Stadtteil „König- Ludwig“ die Siedlung  „In der Mährenfurt“.

Der Recklinghausener Künstler und Kurator Reiner Kaufmann greift den Gedanken der Grenzüberschreitungen und der sich daraus ergebenden Begegnungen mit dem  Projekt Mährenfurt auf. Dabei geht es ihm nicht nur darum, den Fluss als natürliche Grenze zu überwinden, sondern vor allem darum, in den Dialog zu gehen und die Grenzen in den Herzen und Köpfen der Menschen abzubauen. 

links: Pferdesilhouetten an der Emscher (Foto: Hans van Oyen)
rechts: Mährenfurt - Trittstein (Foto: Hans van Oyen)

Mährenfurt, der Kunstverweilort

Die künstlerische Nachbildung der Furt als Kernbereich des Projektes befindet sich auf Höhe des Emscher-Flusskilometers 39 an der Einmündung des Bärenbachs und des Landwehrbaches im Städtedreieck Recklinghausen-Herne-Castrop-Rauxel. Fünf emscherüberspannende Pfade warten hier darauf, von einer bunten Schar Kunst-Mähren sinnbildhaft durchquert zu werden.  Doch das Projekt Mährenfurt bietet mehr als nur einen Schauplatz. Wie ein Myzel „frisst“ sich das Kunstprojekt durch die Städte Herne, Recklinghausen und Castrop-Rauxel und darüber hinaus durch das Emschertal. Weitere Kunstorte, sogenannte Kunstwirkorte und Kunstdialogorte, sind entstanden. So kann man im Bauhof der Emschergenossenschaft in Castrop-Rauxel, im Atelier „Das Gelbe Haus“ in der Südstadt Recklinghausen und an der Grundschule Pantringshof in Herne schon Modelle der Kunstfurt besichtigen. Kunstdialogorte entstehen überall da, wo die Kunstfurt Mährenfurt inspirierende Dialoge entfacht.  

Mährenfurt, mitgestalten erwünscht

Um die Pfade an der Emscher selbst zu bevölkern, sind Dialog und Mitwirken gefragt. Anrainer und Bürger – Erwachsene, Jugendliche und Kinder – können sich an der Entstehung der Kunstmähren beteiligen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Dialog und die Teilhabe am kreativen Gestalten. Das so Entstandene spiegelt die Wünsche und Träume der Beteiligten wider und verdeutlicht gleichzeitig den Stellenwert des zivilgesellschaftlichen bürgerschaftlichen Engagements bei der Entwicklung des Neuen Emschertals. Wer sich schon an dem Projekt beteiligt hat und wie man mitwirken kann, erfahren Sie unter http://www.maehrenfurt.de/.

links: Reiner Kaufmann und Grundschüler entwickeln die Jakoos (Foto: Hans van Oyen)
rechts: Mit den Jakoos auf dem Weg zur Emscher (Foto: Hans van Oyen)

Mährenfurt beflügelt

Bewegt  von der Idee des Projekts Mährenfurt und dem Partizipationsangebot der Kunstfurt Mährenfurt wurde die Grundschule Pantringshof in Herne. Die Schule, die schon seit Beginn des Projekts als verlässlicher  Kooperationspartner beteiligt ist, lässt sich von der Intention der Mährenfurt immer wieder inspirieren. Die Schule initiierte gemeinsam mit Reiner Kaufmann das  „Fliegende Museum denkKUNSTmal…°: Akrostichon 2011“, eine Art Aktivmuseum, in dem ästhetische Bildung erprobt wird. Schüler(innen) und Lehrer(innen) erarbeiten dabei ihr „ABC der Zukunft“. Zu Leitworten sind akrostische Gedichte und Pferdesilhouetten mit magischem Buchstabensalat entstanden.

Die Kunstprodukte aus dem  „Fliegenden Museum“ waren am 28. Mai 2011 auf dem Schulfest zum 50-jährigen Bestehen der Grundschule Pantringshof, Eberhard-Wildermuth-Straße 43, 44628 Herne, zu sehen.

Das in dem Projekt Erarbeitete wird im Laufe des Sommers an die Emschergenossenschaft als Symbol des Mitwirkens und als Beitrag der Anrainer vom Südufer übergeben. Der Beitrag für das Nordufer wird vom Ditib-Mosschee e.V. Recklinghausen-Süd kommen. Die Moscheeschüler haben am 23. April 2011 zum türkischen Nationalfeiertag und dem Tag des Kindes dieses Partizipationsangebot ebenfalls aufgegriffen.

Aktion Fliegendes Museum an der Grundschule Pantringshof in Herne (Foto: Karl-Heinz Heyden)

Kontakt

Astrid Keune
Kronprinzenstr. 24
45128 Essen
Tel: (02 01) 104 23 20

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