Bottrop: Windrad an der Emscher produziert wieder Strom

Bottrop. Die Emschergenossenschaft hat ihre Windenergieanlage am Sturmshof wieder in Betrieb genommen. Zuvor waren im Januar neue Rotorblätter angebracht worden. Das Windrad an der Emscher zwischen den Städten Bottrop und Essen ist das einzige der Emschergenossenschaft – es produziert Strom, der direkt für den Betrieb der Emscher-Kläranlage auf der anderen Seite des Flusses eingesetzt wird.

Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft

Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft

Die Wiederinbetriebnahme hat die Emschergenossenschaft nach der letzten technischen Abnahme der neuen Elemente eingeleitet. Bis zur Außerbetriebnahme vor einigen Monaten hatte die Windenergieanlage rund 5 Millionen Kilowattstunden Strom produziert – das entspricht einer CO2-Ersparnis von 2500 Tonnen! Durch den schadensbedingten Ausfall von knapp einem halben Jahr sind aber leider auch knapp 2,5 Millionen Kilowattstunden an Strom entgangen.

Der Standort der Windenergieanlage befindet sich südlich der Emscher in einem sanierten Teilbereich eines ehemaligen Klärschlammbeckens. Die Anlage hat eine Turmhöhe von rund 100 Meter und einen Rotordurchmesser von rund 120 Meter. Der Generator hat eine Leistung von zirka 3000 kW. Der durch die Anlage erzeugte Strom wird vollständig über eine rund 450 Meter lange Kabeltrasse in das interne Netz der Kläranlage in der Welheimer Mark geleitet.

Das Ziel der Emschergenossenschaft ist, die Kläranlage in einigen Jahren weitestgehend energieautark zu gestalten. Aktuell werden infolge der Klärschlammverwertung im Rahmen der Abwasserreinigung mehr als 60 Prozent der benötigten Energie selbst erzeugt.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.