Hamm: Arbeiten des Lippeverbandes am Hoppeibach kommen gut voran

Hamm. Die Arbeiten des Lippeverbandes für den neuen unterirdischen Abwasserkanal entlang des Hoppeibachs kommen gut voran. Bei dieser Maßnahme wendet die vom Lippeverband beauftragte Firma die sogenannte „halboffene Bauweise“ an.

Fotos der halboffenen Bauweise am Hoppeibach (Fotos: Rupert Oberhäuser / EGLV)

Fotos der halboffenen Bauweise am Hoppeibach (Fotos: Rupert Oberhäuser / EGLV)

Der Hoppeibach in Hamm ist eines der letzten Gewässer im Lippegebiet, die noch Abwasser führen. Noch – denn ganz aktuell arbeitet der Lippeverband daran, das zu verändern. Und dabei kommt ein besonderes Verfahren des Kanalbaus zum Tragen.

Anders als beim bergmännischen Verfahren wird der Abwasserkanal nicht unter Tage vorgetrieben. Jedoch handelt es sich auch nicht um eine komplett offene Bauweise, bei der zunächst die gesamte Trasse ausgehoben wird, um die Rohre anschließend hinein zu legen. Bei dem sogenannten „halb-offenen“ Verfahren in Hamm werden immer nur stückchenweise acht bis zehn Meter der Kanaltrasse ausgehoben – anschließend werden die Rohre verlegt und schon wird die Trasse wieder zugeschüttet.

Die Arbeiten des Lippeverbandes sind in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste beginnt im Bereich Am Damm und Kamener Straße und endet im Bereich der Straße Deutzholz. Er umfasst den Abwasserkanal sowie den Stauraumkanal Kamener Straße. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Bau des Abwasserkanals von der Kreuzung des Hoppeibachs mit der Straße Deutzholz bis zur Einmündung Fangstraße. Begonnen haben die Arbeiten im Dezember zunächst an der Einmündung Deutzholz/Fangstraße, sie werden nun in westlicher Richtung in der Straße Deutzholz fortgeführt.

Im ersten Abschnitt wurde in diesem Jahr bereits das neue Regenrückhaltebecken nahe der Kamener Straße als vorlaufende Maßnahme ausgebaggert. Zum Anschluss des Stauraumkanals (Innendurchmesser: 2,20 Meter) wurde bereits der künftige Einlaufschacht des Drosselbauwerkes in 5 m Tiefe als Betonfertigteil eingebaut. Aktuell wurden für den Stauraumkanal knapp 20 Meter verlegt.

Im zweiten Abschnitt sind aktuell in der Straße Deutzholz knapp 510 von rund 700 Metern für den neuen Abwasserkanal (Innendurchmesser: 80 cm) in Tiefenlagen von fünf bis sieben Metern verlegt worden – in der beschriebenen halb-offenen Bauweise. Weiterhin wurden sechs Schächte eingebaut (einer in der Fangstraße, fünf in der Straße Deutzholz).

Parallel dazu hat der Lippeverband im Bereich der Fangstraße ebenfalls, wie an der Kamener Straße, ein neues Regenrückhaltebecken fertig gestellt. Die Arbeiten des Lippeverbands liegen derzeit voll im Zeitplan.

Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband für das Einzugsgebiet der mittleren und unteren Lippe und wurde 1926 gegründet. Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zur Zeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.