UNSERE BAUMASSNAHMEN

Bis das Generationenprojekt Emscher-Umbau erfolgreich abgeschlossen werden kann, gibt es viel zu tun. Unser Anliegen ist es, die Beeinträchtigungen im Rahmen des Umbaues so gering wie möglich zu halten. Dennoch sind auf dem Weg ins Neue Emschertal Verkehrsbehinderungen oder die zeitweise Sperrung von Straßen nicht zu vermeiden.

Hier finden Sie Informationen über unsere Baumassnahmen.

Der Bau der Abwasserkanäle am Marbach in Bochum wurde Ende 2013 abgeschlossen. Der Bach ist damit abwasserfrei und kann nun ökologisch verbessert werden. Die Betonsohlschalen werden entfernt und der Marbach erhält, wo der Platz es zulässt, wieder einen mäandrierenden Verlauf.

Im Rahmen des Emscher-Umbaus entsteht am Hüller Bach in Gelsenkirchen-Bismarck ein unterirdisches Bauwerk an der Grimbergstraße, das in Form und Funktion einzigartig ist: Es nimmt drei Stauraumkanäle auf und beinhaltet neben zwei Regenwasserbehandlungsanlagen auch drei Pumpwerke. Die Arbeiten laufen planmäßig. Die Fertigstellung der gesamten Anlage ist für September 2017 geplant.

Der Abwasserkanal parallel zum Hüller Bach entsteht entgegen der Fließrichtung ab der Mündung des Hüller Bachs in die Emscher in Richtung Süden. Zwei Kilometer wurden bereits fertig gestellt. Die Aufträge für die weiteren Bauabschnitte sollen 2016 und 2017 vergeben werden. Gut vorangeschritten ist auch der Bau der Abwasserkanäle an den seitlichen Einleitungen in den Hüller Bach: Der Kanal vom Pumpwerk Gelsenkirchen-Kleine Emscher an der Bismarckstraße bis zur Grimbergstraße ist fertig. Im Anschluss wird auf einem Teilstück der Kleinen Emscher ein Reinwasserkanal gebaut und ebenfalls an das Pumpwerk angebunden. Die nachfolgenden Arbeiten zur Öffnung und Renaturierung des Gewässers beginnen Anfang 2017.

Vom Pumpwerk Herne-Unser Fritz von Herner Stadtgebiet aus bis an die Grimbergstraße baut die EMSCHERGENOSSENSCHAFT zwei übereinander liegende, unterirdische Kanäle. Der Mischwasserkanal ist bereits seit einiger Zeit fertig gestellt, am Regenwasserkanal finden noch Ausbauarbeiten am Schachtbauwerk statt.

Das neue Hochwasserrückhaltebecken am Goldhammer Bach in Bochum wird nach seiner Fertigstellung ein Fassungsvolumen von insgesamt 80.000 Kubikmetern haben. Diese Menge kann dann im Starkregenfall zurückgehalten werden, um die in Fließrichtung unterhalb liegenden Stadtteile vor Überschwemmungen zu schützen. Die Anlage der EMSCHERGENOSSENSCHAFT ist dabei ein wichtiger Baustein im Verbundsystem von insgesamt vier Hochwasserrückhaltebecken im rund 80 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet des Hüller Baches, in den der Goldhammer Bach mündet. Der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Goldhammer Bach hat im April 2014 begonnen.

Das Drossel- und Entlastungsbauwerk ist weitestgehend fertiggestellt, der rechtsseitige Damm wurde bereits aufgeschüttet. Im Sommer 2015 wurde mit dem linksseitigen Dammaufbau begonnen. Während das Becken im Hochwasserfall zu einem kleinen See wird, kommt es bei Trockenwetter als eine Art Landschaftsbauwerk daher: Für den bereits im Rahmen des Emscher-Umbaus vom Abwasser befreiten Goldhammer Bach bildet vor allem das Beckeninnere einen sogenannten „ökologischen Schwerpunkt“, an dem das Gewässer Platz hat, um sich auszubreiten und zu entwickeln.

Am Oberlauf des Kirchschemmsbach in Bottrop wurde das neue Pumpwerk im Mai 2013 in Betrieb genommen. Hier wird das Mischwasser aus den städtischen Kanälen übernommen und in den unterirdischen Abwasserkanal der EMSCHERGENOSSENSCHAFT geleitet, der parallel zum Kirchschemmsbach verläuft.

An der Boye in Bottrop und Gladbeck entsteht ein über acht Kilometer langer, unterirdischer Abwasserkanal – inzwischen wurden bereits rund sieben Kilometer verlegt. Der letzte Kanalabschnitt wird aus bautechnischen Gründen im Zusammenhang mit dem Abwasserkanal Emscher voraussichtlich 2017 errichtet. Im Pelkumer Feld in Bottrop soll ein Regenrückhaltebecken entstehen – hier wird noch auf die erforderliche Genehmigung gewartet. Die Regenwasserbehandlungsanlage In der Welheimer Mark ist fertig; die Anlagen Im Gewerbepark und Kranburgstraße sind nahezu fertig gestellt.

Der Deininghauser Bach ist auf 8,5 km ökologisch umgestaltet. Lediglich der letzte Kilometer bis zur Einmündung in den Landwehrbach fehlt noch. Der Baubeginn ist hier erst möglich, wenn die Abwässer aus der Vorbehandlungsanlage Rütgers an den AKE angeschlossen sind. Die Umgestaltung kann somit erst in 2018 beginnen.

Zum Gewässersystem Dattelner Mühlenbach gehören auch die Oberläufe Steinrapener Bach, Westerbach und Dümmerbach. Am Dattelner Mühlenbach selber wurden die unterirdischen Abwasserkanäle bereits fertiggestellt. Anfang 2016 konnte mit dem Bau der geschlossenen Abwasserkanäle an Westerbach und Steinrapener Bach begonnen werden. Die Fertigstellung der Kanäle wird im Herbst 2017 erwartet. Für den Abschnitt am Dümmerbach hat sich aufgrund der Umplanungen infolge der Reduzierung der Anzahl der Stauraumkanäle der Baubeginn auf das vierte Quartal 2016 verschoben.

Der Ablauf der Werkskläranlage der Firma Westfleisch Erkenschwick GmbH, die am Standort Oer-Erkenschwick einen Schlachthof betreibt und weitere fleischverarbeitende Firmen auf ihrem Grundstück angesiedelt hat, wurde bislang über den Esselner Bruchgraben in den Westerbach eingeleitet. Vor dem Hintergrund der Oberflächengewässerverordnung (OGewV) hat sich Westfleisch in Abstimmung mit den Behörden gegen eine Direkteinleitung des Kläranlagenablaufes entschieden und wird mit Inbetriebnahme des Abwassersammlers am Westerbach den Ablauf der Werkskläranlage dort anschließen. Für einen Großteil des Niederschlagswassers wurde ein Konzept zur Direkteinleitung in den Esselner Bruchgraben erarbeitet.

Das Nettebach-System in Dortmund ist das letzte Gewässersystem im Stadtgebiet, das noch nicht vom Abwasser befreit ist. Seit Juni 2016 wird der Anschluss des neuen unterirdischen Nettebach-Kanals an den Abwasserkanal Emscher erstellt. Mit dem Anschluss wird eine wichtige Voraussetzung für die Abwasserfreiheit aller Emscher-Gewässer in Dortmund geschaffen. Aktuell sind alle Läufe bis knapp zwei Kilometer hinter der Kläranlage Dortmund-Deusen bereits abwasserfrei – erst über den Nettebach gelangt zurzeit wieder Schmutzwasser in die Emscher.

Im nächsten Schritt erhält der in den Nettebach fließende Zechengraben ebenfalls einen unterirdischen Abwasserkanal. Die Arbeiten hierfür beginnen Anfang 2017 und dauern voraussichtlich bis Mitte 2018.

Nach der Beseitigung der offenen Abwasserführung im Dortmunder Nordosten am sogenannten Knoten Scharnhorst steht nun die Renaturierung von Körne-Oberlauf, Rüschebrinkgraben und Kirchderner Graben mit Erlenbach, Böckelbach und Borlandgraben an. Der Dahlwiesenbach ist als ökologisch verbessertes Gewässer bereits fertiggestellt.

Der umfangreichste und aufwändigste Teil des Großprojekts ist weitestgehend umgesetzt: Die Kanäle sind fertig, unterirdisch fließt jetzt das Abwasser zur Kläranlage Dortmund-Scharnhorst. Damit das Kanalsystem im ehemaligen Bergbaugebiet mit seinen Senkungsmulden funktioniert, mussten außerdem Pumpwerke neu- und umgebaut werden. Die Arbeiten zur ökologischen Verbesserung sollen im Frühjahr 2017 fast zeitgleich begonnen werden und bis 2018 abgeschlossen sein.

Im Rahmen der Umgestaltung des Roßbachs in Dortmund wurden die Gewässer Schmechtingsbach, Feldbach und Krengeldanzgraben umgebaut und ökologisch verbessert. Bis Ende 2016 werden diese Maßnahmen voraussichtlich abgeschlossen. Die Ertüchtigung des Hochwasserrückhaltebeckens „In der Meile“ und der Umbau sowie die ökologische Verbesserung des Oespeler Bachs und des Meilengrabens werden bis Ende 2015 beendet. Mit dem Baubeginn für die ökologische Verbesserung des Roßbachs sowie des Bärenbruchgrabens und des Dellwiger Bachs wird für 2017 gerechnet.

Am Mittellauf des Borbecker Mühlenbachs, am Frohnhauser Weg an der Grenze Essen/Mülheim an der Ruhr, plant die EMSCHERGENOSSENSCHAFT den Bau eines unterirdischen Regenüberlaufbeckens. Hierfür steht noch die Genehmigung aus. Weiterhin fehlt die Anbindung des Mittellaufs an den bereits fertig gestellten und ökologisch verbesserten Oberlauf. Ins Stocken geraten sind die Vorbereitungen, da zunächst ein schützenswerter Vogel – die Wasserralle – in das neu geschaffene Ersatz-Habitat umziehen muss.

Die Arbeiten am Schmiedesbach in Herne schreiten gut voran. Der Kanalabschnitt in der Corneliusstraße wurde bereits unterirdisch verlegt. Vor Beginn der "Cranger Kirmes" wurde die Straßenoberfläche zwischenzeitlich zunächst einmal wieder herstellt. Weitere Vortriebsarbeiten finden in der Wiesenstraße statt, wo der Kanal in drei Richtungen vorgepresst wird: In Richtung des Gewerbegebietes und in Richtung der Einmündung „Vor dem Hofe“ sind die Vortriebsarbeiten bereits beendet. Der dritte Vortrieb aus dieser Grube wird in Richtung Juliastraße aufgefahren. Die Fertigstellung ist für Herbst 2017 geplant.

Durch die Fertigstellung des Abwasserkanals am Hauptkanal Wanne und an den Pumpwerken Herne-Crange und Herne-Cranger Heide können die Pumpwerke aufgegeben werden. Das Pumpwerk Cranger Heide wurde inzwischen abgebrochen und der Tiefbauteil zum Regenrückhaltebecken umgebaut.

Zur Entflechtung von Schmutz- und Reinwasser aus dem städtischen Fischergraben wird ein neues Schmutzwasserpumpwerk gebaut. Dieses wird zukünftig das Abwasser aus dem am Fischergraben neu zu verlegenden Abwasserkanal pumpen. Das bestehende Pumpwerk wird später zum Reinwasserpumpwerk umgerüstet. Mit dem Bau wurde im November 2015 begonnen, - Bauende ist voraussichtlich das erste Quartal 2017.

Die Bauarbeiten zur Renaturierung des Läppkes Mühlenbachs an der Stadtgrenze Essen-Frintrop und Oberhausen sind im vollen Gange. Für das Gewässer wird ein komplett neues Bett gestaltet, das auch optisch einem mäandernden Bach gleichkommen soll. Im Vorfeld muss dazu noch unterhalb des alten Güterbahnhofs an der Stadtgrenze Essen-Frintrop und Oberhausen ein neuer Abwasserkanal für das Schmutzwasser des Läppkes Mühlenbachs verlegt werden. Auch diese Bauleistungen wurden begonnen und liegen gut im Plan. Die Fertigstellung dieses Lückenschlusses im Kanal ist für Ende 2017 eingeplant. Danach erfolgt auch die Anbindung des Gewässers, das im Oberlauf bereits seit vielen Jahren umgestaltet ist, an den nördlichen Bauabschnitt und damit an den Hauptlauf der Emscher.

Am Handbach in Oberhausen werden ein Abwasserkanal sowie ein unterirdischer Stauraumkanal mit Entlastungsbauwerk gebaut. Die Baumaßnahmen für den ersten Bauabschnitt des Abwasserkanals sind abgeschlossen. Für den zweiten Bauabschnitt mit der Verlängerung des Kanals bis zum neuen Pumpwerk Oberhausen im Holtener Feld und einem provisorischen Pumpwerk ist die Ausführungsplanung in Kürze abgeschlossen, so dass eine Ausschreibung der Maßnahme erfolgen kann.

Am Hellbach in Recklinghausen wurden bis Ende Juli 2016 der Ausbau der Schachtbauwerke und die Wiederherstellung der Oberflächen abgeschlossen. Die Fertigstellung des unterirdischen Abwasserkanals bedeutet für den Hellbach die Befreiung vom Schmutzwasser. Im Anschluss folgt nun, wie bereits am Breuskes Mühlenbach, die naturnahe Umgestaltung. Diese soll mit dem letzten Abschnitt Ende 2018 komplett abgeschlossen sein.

Der Kortelbach liegt im Einzugsgebiet der Seseke und ist ein Nebenlauf des Heerener Mühlbachs, der in die Seseke mündet. Im Rahmen des Seseke-Programms hat der LIPPEVERBAND bereits Mühlbach und Seseke vom Abwasser befreit und renaturiert. Die Sanierung des Kortelbachs in mehreren Teilabschnitten gehört nicht mehr zum Seseke-Programm, sondern wird vom LIPPEVERBAND für die Stadt Unna durchgeführt.

Bisher ist der Kortelbach noch ein Schmutzwasserlauf. Zukünftig soll ein unterirdischer Kanal parallel zum Kortelbach verlaufen, der das Abwasser in die Kläranlage in Bönen leitet. Da es Schwierigkeiten beim Grunderwerb gab, werden mögliche Varianten der Kanaltrassen untersucht, die dann den Genehmigungsbehörden vorgestellt werden.