Holzwickede: Neuer Bewirtschafter übernimmt Emscherquellhof ab dem 1. März

Holzwickede. Die Emschergenossenschaft und die Gemeinde Holzwickede übergeben den Emscherquellhof zum 1. März formal an den neuen Bewirtschafter, die wewole Stiftung aus Herne. Aktuell ist geplant, den Emscherquellhof Ende April/Anfang Mai für die breite Öffentlichkeit zu eröffnen. Ab dann wird der Hof regelmäßig an den Wochenenden – von freitags bis sonntags – bei Café und Kuchen geöffnet sein. Für die Emschergenossenschaft bleibt der Hof damit genauso als Aushängeschild ihres Generationenprojekts Emscher-Umbau erhalten wie der Emscherquellgemeinde Holzwickede.

Foto: Klaus Baumers / Emschergenossenschaft

Foto: Klaus Baumers / Emschergenossenschaft

Trauungen im Emscherquellhof werden auch künftig durch die wewole Stiftung vor Ort unterstützt. Größere Feierlichkeiten für Interessierte sind voraussichtlich ab 2019 möglich. Traditionelle Veranstaltungen wie das Emscherquellfest, der „Mord am Hellweg“ sowie das „Adventsfenster in Holzwickede“ sollen weiterhin stattfinden. Auch der soziale Aspekt kommt nicht zu kurz: Menschen mit Behinderungen werden von der wewole Stiftung am Emscherquellhof ihren Fähigkeiten entsprechend für Arbeiten in den Bereichen Grünpflege und Catering eingesetzt.

Das Konzept der Emschergenossenschaft setzt darüber hinaus auf Nachhaltigkeit, informelles Lernen sowie eine enge Kooperation mit regionalen und sozialen Partnern. Am Standort an der Quellenstraße 2 wird unter anderem durch den Kreisimkerverein-Unna-Hamm geimkert.

Ein Ziel ist, möglichst bald das erste „Emscher-Gold“ vom Emscherquellhof anzubieten – so wie es in Dinslaken am Emschermündungshof bereits der Fall ist! Zudem wird es vor Ort zahlreiche Infos zum Imkern und zum Thema Wildbienen geben.

Auch soll die historische Obstwiese mit neuen Kooperationspartnern ausgebaut werden. Eingebunden werden soll zudem die VHS Unna-Fröndenberg-Holzwickede für Lesungen etc. – gute Erfahrungen mit solchen Kooperationen hat die Emschergenossenschaft bereits in Dinslaken gemacht.

Weiterhin wird es vor Ort reichlich Informationen zur Geschichte der Emscher und zur Umgestaltung des Emscher-Systems durch die Emschergenossenschaft geben.

Mit der Gemeinde Holzwickede will die Emschergenossenschaft eng in den Bereichen Touristik und Anbindung an das Radwegenetz der Gemeinde zusammenarbeiten. Unter anderem soll der Startpunkt des Emscher-Wegs am Emscherquellhof entsprechend hergerichtet und beworben werden. Im Gespräch mit der Gemeinde und der wewole Stiftung ist zudem für einen späteren Zeitpunkt die Einrichtung eines Cafés im alten Backhaus des Emscherquellhofes.

Weitere Informationen werden die Emschergenossenschaft, die Gemeinde Holzwickede und die wewole Stiftung gegen Ende Februar/Anfang März vor Ort zur Verfügung stellen.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.