Dortmund: Ideen von Mengeder Kindern werten Pumpwerksfassade auf

Dortmund. Die Emschergenossenschaft hat sich im Rahmen der Kooperation „Gemeinsam für das Neue Emschertal“ auf den Weg gemacht, einem ihrer unscheinbaren Betriebsgebäude ein neues Gesicht zu geben. Ziel des Projekts war jedoch nicht nur die künstlerische Gestaltung des Pumpwerks „Am Burgring“ in Dortmund-Mengede, sondern insbesondere die interaktive Einbindung von Kindern des benachbarten katholischen Familienzentrums St. Remigius in den Gestaltungsprozess.

Foto: Helge Jahn / Emschergenossenschaft

Foto: Helge Jahn / Emschergenossenschaft

Bei einer Entdeckungstour zur benachbarten Emscher konnten die Kinder die Landschaft erkunden, die Lebenswelt vor ihrer Haustür entdecken und erfuhren allerhand Spannendes zu den Aufgaben der Pumpwerke.

Als Schrittmacher der Wassertechnik dient das Pumpwerk vereinfacht dazu, Wasser aus einem niedriger gelegenen Gewässer Niveau in ein höher gelegenes Gewässer zu Pumpen. Zur Wiederherstellung der Vorflut zur Emscher wurde das Pumpwerk DO-Mengede im Jahr 1938 gebaut und leistet seither einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz – getreu dem Motto „Wo nichts mehr fließt, hilft nur noch pumpen“.

Die Visionen der Kinder von der „blauen Emscher“ wurden gezeichnet, gemalt und auf ein Modell des Betriebsgebäudes übertragen. Die tollen Ergebnisse, transformiert zu einem gemeinsamen Bild, werten nun die damals graue Fassade deutlich auf und zeigen mit Kinderaugen die Entwicklung von der „Köttelbecke“ zum verbindenden blauen Fluss mitten durchs Revier.

Karin Bremer, Leiterin des kath. Familienzentrums St. Remigius, resümiert: „Das Projekt hat nicht nur den Kindern viel Spaß gemacht. Wir sind gespannt, welche der gezeichneten Tiere und Pflanzen wir demnächst an der Emscher wiederentdecken können.“

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.