Bottrop: Vorbereitungen für die Boye-Renaturierung starten

Bottrop. Die Emschergenossenschaft plant, ab Mitte 2018 die ökologische Verbesserung der Boye in Bottrop, Essen und Gladbeck umzusetzen. Erste vorbereitende Maßnahmen beginnen jedoch bereits aktuell Anfang bis Mitte Januar.

Als Vorbereitung für die Arbeiten der ökologischen Verbesserung sind im Arbeitsbereich der Maßnahme Bäume zu fällen und sonstiger Bewuchs zu entfernen. Diese Arbeiten dürfen nur im gesetzlich vorgeschrieben Zeitraum bis Ende Februar durchgeführt werden, um den Artenschutz z.B. von Nistvögeln zu gewährleisten. Die Maßnahme umfasst den Abschnitt der Boye oberhalb der Kreuzung mit der Autobahn A 2 auf Gladbecker Stadtgebiet bis zum Pumpwerk Boye in der Welheimer Mark auf Bottroper Stadtgebiet.

Im Rahmen der ökologischen Verbesserung wird die Emschergenossenschaft den ehemaligen Schmutzwasserlauf auf einer Länge von zirka 7,5 Kilometer zu einem naturnahen Gewässer umgestalten. Die Maßnahme ist Bestandteil des Generationenprojekts Emscher-Umbau.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.