Dortmund: Rodungen am Nettebach für die Abwasserfreiheit

Dortmund. Die Emschergenossenschaft führt im Rahmen des Kanalbaus am Nettebach am 18. und 19. Dezember einige kleinere Rodungen durch.

In dem kleinen Wäldchen im Bereich Bodelschwingher Straße / Ecke Wiemerstraße werden Laubbäume gefällt, da an dieser Stelle eine Baugrube und ein Abwasserkanal erstellt werden müssen. Der Fußweg in diesem Bereich wird einseitig gesperrt – eine Umleitung wird eingerichtet und ausgeschildert. Die Emschergenossenschaft bittet um Verständnis.

Der Nettebach stellt auf Dortmunder Stadtgebiet momentan noch die letzte offene Schmutzeinleitung in die Emscher dar. Die Arbeiten der Emschergenossenschaft bewegen sich zurzeit im Mündungsbereich des Nettebachs in die Emscher. Dort erstellt der Wasserwirtschaftsverband die Anbindung des neuen Nettebach-Sammlers an den bereits in Dortmund komplett verlegten Abwasserkanal Emscher. Dieser führt anschließend von Mengede aus über 51 Kilometer weit bis nach Dinslaken!

Am Nettebach treibt die Emschergenossenschaft zurzeit Rohre mit Innendurchmessern von 60 bis 90 cm vor. Die Fertigstellung des neuen Nettebach-Abwasserkanals plant die Emschergenossenschaft für September 2018. Das Bauwerk ist essentiell für die Inbetriebnahme des großen Abwasserkanals Emscher – über das gesamte Einzugsgebiet des Nettebachs werden zirka 500 Liter pro Sekunde (!) eingeleitet.

Einen Großteil der neuen Kanäle am Oberlauf des Gewässers (bis zum Pumpwerk Nettebach) hat die Emschergenossenschaft bereits in Betrieb genommen – daher ist der Nettebach teilweise bereits vom Abwasser befreit. Zum Nettebach-System gehören u.a. auch der Zechengraben sowie der Kreyenbach. In den Bau aller Kanäle in diesem Einzugsgebiet investiert die Emschergenossenschaft insgesamt rund 54 Millionen Euro.

Hintergrund:
Die Emscher ist am Oberlauf in Dortmund bereits seit Anfang 2010 abwasserfrei. Konkret bezieht sich das auf die rund 23 Kilometer lange Emscher-Strecke von der Quelle in Holzwickede bis zur Kläranlage der Emschergenossenschaft in Dortmund-Deusen.

Auch hinter der Kläranlage DO-Deusen ist die Emscher auf rund zwei Kilometer Länge noch abwasserfrei. Erst mit der Einmündung des Nettebachs erfolgt dann wieder der erste Schmutzwassereintrag in die Emscher.

Um auch den Hauptlauf der Emscher vom Schmutzwasser zu befreien, baut die Emschergenossenschaft derzeit noch im Bereich Oberhausen/Dinslaken am „großen“ Abwasserkanal Emscher, der unterirdisch etwa auf Höhe der Einmündung des Nettebachs in die Emscher beginnt und bis zum Klärwerk Emschermündung nach Dinslaken führt.

Auf Dortmunder Stadtgebiet sind die Arbeiten für den Abwasserkanal bereits fertiggestellt (die Emschergenossenschaft informierte darüber im Juni 2014).

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.