Lünen: Lippepegel leuchtet jetzt in Lünen

Lünen. Wie hoch die Lippe steht, lässt sich in der Innenstadt von Lünen ab heute auf einen Blick erfahren: Das bisher wenig beachtete Pegelhäuschen des Lippeverbandes gegenüber dem „Cineworld“-Kino zeigt jetzt auf einem großen Display den aktuellen Wasserstand.

Die 160 cm breite Anzeigetafel und die Idee, die dahintersteckt, wurde heute vom Technischen Beigeordnete der Stadt Lünen, Arnold Reeker, und von Dr. Uli Paetzel, dem Vorstandsvorsitzenden des Lippeverbandes, vorgestellt.

„Für unser Hochwassermanagement brauchen wir eine ganze Reihe von Pegelanlagen, die automatisch abgelesen werden“, so Dr. Paetzel, „aber vor Ort werden diese Anlagen kaum wahrgenommen – das wollen wir hier und heute anders machen“.

Daher haben sich Lippeverband und Stadt Lünen auf ein Projekt verständigt, das sowohl Wasserwirtschaft hautnah erfahrbar machen als auch die Lüner Innenstadt aufwerten soll: Im Rahmen der Kooperation „Gemeinsam an der Lippe“ wurde das Pegelhaus umgebaut, bei dieser Gelegenheit hat der Lippeverband auch die angrenzende Hochwasserschutzmauer gestalten lassen – durch die Künstlergruppe „Die Urbanisten e.V.“ aus Dortmund.

Die Kooperation „Gemeinsam an der Lippe“ verfolgt mit finanzieller Förderung des Landes NRW das Ziel, wasserwirtschaftliche Leistungen für die Stadtentwicklung nutzbar zu machen – in diesem Fall den Fluss, der das Stadtbild von Lünen prägt, stärker in den Blickpunkt zu rücken.

Die richtigen Antworten
Um das Ganze möglichst spannend zu machen, haben Lippeverband und Stadt im Vorfeld ein kleines Preisrätsel veranstaltet, bei dem es vier Kanutouren auf der Lippe und vier Flüge mit einem Segelflugzeug über der Lippe zu gewinnen gab. Die richtigen Antworten lauten: Den Pegel in Lünen gibt es seit 1935 und beim Rekordhochwasser im Jahr 1965 stand das Wasser in Lünen 6,76 m hoch - 2,72 m ist falsch!

Noch bevor Dr. Paetzel und Beigeordneter Reeker die Namen der Gewinner aus der Lostrommel zogen, wurden die richtigen Antworten schon auf der Anzeigetafel gezeigt, womit man gleich die Vielseitigkeit des neuen Displays demonstrieren konnte.

Die Pegelanlage in Lünen ist der erste Lippe-Pegel, den der Lippeverband in dieser Weise „visualisiert“. Kommt das Pilotprojekt gut an, werden möglicherweise weitere Anlagen mit Displays ausgestattet. Die Kosten für den Umbau und die Gestaltung der Mauer betragen rund 30.000 Euro und werden größtenteils aus Fördermitteln bezahlt.

Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband für das Einzugsgebiet der mittleren und unteren Lippe und wurde 1926 gegründet. Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zur Zeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.