Datteln/ Oer-Erkenschwick: Dümmerbach-Kanal letzter Baustein für einen sauberen Mühlenbach

Datteln/ Oer-Erkenschwick. Mit dem heutigen 1. Spatenstich für den geschlossenen Abwasserkanal am Dümmerbach in Datteln wird der letzte Baustein für die Beseitigung der offenen Schmutzwasserläufe im Einzugsgebiet des Dattelner Mühlenbaches gesetzt. Am Mühlenbach selbst und an seinen Oberläufen sind die Abwasserkanäle bereits im Betrieb.

Von links nach rechts: Projektleiter Holger Gutt, die Bürgermeister Bodo Klimpel und André Dora, Dr. Uli Paetzel und Dr. Emanuel Grün. Foto: Rupert Oberhäuser/LV

Von links nach rechts: Projektleiter Holger Gutt, die Bürgermeister Bodo Klimpel und André Dora, Dr. Uli Paetzel und Dr. Emanuel Grün. Foto: Rupert Oberhäuser/LV

Der Dümmerbach ist bisher ein offener Abwasserlauf, der an der Castroper Straße beginnt und am großen Hochwasserrückhaltebecken am Hagemer Kirchweg in den Mühlenbach mündet. Neben häuslichem Abwasser fließt in diesem Gewässer auch das Abwasser des E.On-Kraftwerks Datteln.

Bodo Klimpel, Bürgermeister von Haltern und Ratsvorsitzender des Lippeverbandes: „Wenn wir auf das Verbandsgebiet als Ganzes schauen, ist der Dümmerbach neben dem Herringer Bach und dem Hoppeibach in Hamm das letzte Gewässer in unserem Gebiet ohne geschlossenen Abwasserkanal – alle anderen ehemals offenen Schmutzwasserläufe sind mittlerweile sauber“.

Der Lippeverband beginnt jetzt mit dem Bau eines rund zwei Kilometer langen unterirdischen Kanals, der in Zukunft das Abwasser aufnehmen soll. An der Dümmerbach-Mündung in den Mühlenbach mündet auch der Dümmerbach-Kanal – in den bereits vorhandenen Abwasserkanal am Dattelner Mühlenbach. Die Kanalrohre haben Innendurchmesser zwischen 60 cm und 2,00 m, auf dem letzten Stück wird ein Stauraumkanal mit Drossel- und Entlastungsbauwerk zur Regenwasserbehandlungsanlage gebaut.

Großes Zwischenziel Abwasserfreiheit
„Was schon in den 1990er Jahren mit den ersten geschlossenen Abwasserkanälen am Dattelner Mühlenbach begonnen hat, findet jetzt mit dem Dümmerbach-Kanal seinen Abschluss:
Das große Zwischenziel heißt Abwasserfreiheit für alle Wasserläufe“, so Lippeverbands-Chef Dr. Uli Paetzel und fügt hinzu, „am Ende werden Datteln und Oer-Erkenschwick darüber hinaus ökologisch verbesserte Gewässer bekommen, die die Städte bereichern“.

„Mit aufgewerteten Bachläufen und einem höheren Hochwasserschutz verbessern wir die Lebensqualität in Datteln“, freut sich Bürgermeister André Dora, „und davon werden die Bürgerinnen und Bürger in besonderem Maße profitieren.“

Die Bauzeit beläuft sich auf rund eineinhalb Jahre, dabei investiert der Lippeverband ca. 14 Mio. Euro in die abwassertechnische Infrastruktur.

Mit dem Bau des Dümmerbach-Kanals wird zugleich die Voraussetzung geschaffen, um sämtliche Gewässer im Einzugsgebiet – den Dattelner Mühlenbach, die Oberläufe Westerbach und Steinrapener Bach sowie den Dümmerbach selbst am Ende naturnah umzugestalten. Denn solange dort Schmutzwasser im offenen Gewässer fließt, kann keine Renaturierung erfolgen. Der Lippeverband will Anfang 2018 die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren zur Gewässerumgestaltung einreichen. Mit der Durchführung kann voraussichtlich 2020 begonnen werden.

Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband für das Einzugsgebiet der mittleren und unteren Lippe und wurde 1926 gegründet. Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinauskümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zur Zeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.