Haltern-Flaesheim: Boden von Haus Vogelsang geht per Schiff nach Lippramsdorf

Haltern-Flaesheim. Seit dieser Woche werden erstmals Bodentransporte aus dem Lippe-Renaturierungsprojekt „Haus Vogelsang“ über die ehemalige Schiffsverladestelle der Quarzsandwerke am Wesel-Datteln-Kanal abgewickelt. Pro Tag wird ein Schiff mit rund 1000 Tonnen beladen.

Die ehemalige Schiffsverladestelle der Quarzsandwerke wird wieder genutzt. Seit einer Woche werden dort Bodentransporte von unserem Renaturierungsprojekt „Haus Vogelsang“ aufs Schiff umgeladen. Foto: Lippeverband

Die ehemalige Schiffsverladestelle der Quarzsandwerke wird wieder genutzt. Seit einer Woche werden dort Bodentransporte von unserem Renaturierungsprojekt „Haus Vogelsang“ aufs Schiff umgeladen. Foto: Lippeverband

Schon in den Bürgerversammlungen des Lippeverbandes im Vorfeld der Baumaßnahme wurde das Thema angesprochen: Wie lässt sich vermeiden, dass sämtliche Bodentransporte aus der „Fluss- und Auenentwicklung Lippe Haus Vogelsang“ durch die Ortschaft Flaesheim rollen? In diesem Zusammenhang kam die Idee auf, die alte Schiffsverladestelle am Baggersee zwischen Flaesheim und Ahsen wieder zu reaktivieren, um die Bodenmassen dort auf Schiffe umzuladen.

Inzwischen laufen die Arbeiten auf dem ausgedehnten Baufeld östlich von Haus Vogelsang am Schauwinkelweg. Baustraßen wurden angelegt, auch wurde schon viel Boden bewegt und Material teils abgefahren, teils innerhalb des Geländes zwischengelagert oder wieder eingebaut.

Jetzt ist auch der Schiffsanleger soweit fit, dass dort Bodenmassen mit dem Bagger aufs Schiff umgeladen werden können. Ein Bagger belädt den Schubleichter, nach fünfstündiger Ladezeit legt der kleine Schubverband einmal am Tag ab und fährt über den Kanal bis zum Hafen AV. Dort werden die Böden gebraucht – beim Projekt HaLiMa, der zweiten großen Baustelle des Lippeverbandes im Kreis Recklinghausen, wird jede Menge Material für die neuen Hochwasserschutzdeiche bei Marl und Lippramsdorf benötigt.

Hintergrund: Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband für das Einzugsgebiet der mittleren und unteren Lippe und wurde 1926 gegründet. Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zur Zeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.