Herne: Für sauberen Landwehrbach: Emschergenossenschaft startet nun mit Kanalvortriebsarbeiten

Herne. Die Emschergenossenschaft startet ganz aktuell die Rohrvortriebe im ersten Bauabschnitt des neuen Abwasserkanals parallel zum Landwehrbach in Herne-Horsthausen. Die Investition für den knapp 1,8 Kilometer langen „unterirdischen Zwilling“ des Landwehrbachs beläuft sich auf rund 14 Millionen Euro. Die Maßnahme umfasst auch den Bau einer Regenwasserbehandlungsanlage zur Trennung von sauberem Regenwasser und schmutzigem Abwasser. Die Emschergenossenschaft rechnet mit einer Bauzeit bis November 2018. Das Projekt ist ein Teil des Generationenprojekts Emscher-Umbau.

Der erste Bauabschnitt zur Befreiung des Landwehrbachs vom Schmutz umfasst knapp 1800 Meter vom Rhein-Herne-Kanal bis zur Einmündung des Sodinger Bachs in den Landwehrbach. Verlegt werden hier Rohre zwischen 1,00 und 2,40 Meter.

Nachdem es wegen der erforderlichen Freigaben durch den Kampfmittelräumdienst zunächst einige Verzögerungen gegeben hat, startet zum Ende dieser Woche der 182 Meter lange Vortrieb des Abwasserrohres (1,20 Meter Innendurchmesser) nördlich der Autobahn 42. Dort wird derzeit auch die 18 Meter tiefe Baugrube für die Regenwasserbehandlungsanlage ausgehoben.

Unmittelbar südlich der Autobahn wird ab Anfang Oktober der 367 Meter lange Vortrieb des Abwasserrohres (Innendurchmesser: 2,40 Meter) unter der Autobahn her in Richtung der Regenwasserbehandlung vorbereitet. In weiteren, später folgenden Bauabschnitten wird die Emschergenossenschaft auch den Rest der insgesamt 6,27 Kilometer langen Strecke entflechten. Der neue unterirdische Abwasserkanal ist die Voraussetzung dafür, dass der Landwehrbach später revitalisiert werden kann.

Der Emscher-Umbau
Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.