Herten: Rodungsarbeiten im Bereich von Resser Bach und Backumer Bach

Herten. Die Emschergenossenschaft wird Anfang Oktober Rodungsarbeiten im Umfeld des Resser Bachs und des Backumer Bachs durchführen. Diese Maßnahme dient der Vorbereitung der künftigen Bauflächen. Ab November werden hier im Rahmen des Gesamtprojekts Emscher-Umbau die neuen unterirdischen Abwasserkanäle verlegt.

Die Kanalbauarbeiten der Emschergenossenschaft sind in zwei größere Bauabschnitte eingeteilt: Zunächst werden die Flussmanager ab diesem Herbst im nördlichen Bereich aktiv sein. Dieser umfasst den Backumer Bach von der Kaiserstraße bis zur Mün dung in den Resser Bach und den Resser Bach von der Kaiserstraße bis zur Waldstraße. Hier wird der Kanal bis Mitte 2020 verlegt. Die weiteren Bauabschnitte werden sich südlich fortsetzen und im Jahr 2018 beginnen.

Die anstehenden Rodungsarbeiten finden nun sowohl im nördlichen Bereich als auch als vorbereitende Maßnahme im Südabschnitt statt. Darüber hinaus werden im südlichen Bereich im Anschluss an die Rodungsarbeiten noch Kampfmittelbohrungen durchgeführt. Die Emschergenossenschaft bittet Bürger und Anwohner um Verständnis bei etwaigen Beeinträchtigungen.

Bürgersprechstunden
Im Rahmen der Umbaumaßnahmen bietet die Emschergenossenschaft Bürgersprechstunden an: Die nächsten finden am 18. Oktober und 29. November jeweils von 16 bis 18 Uhr im Baubüro der Emschergenossenschaft an der Uhlandstraße statt.

Investitionen in Herten
In Herten plant die Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus Investitionen in Höhe von insgesamt 157 Millionen Euro. Davon wurden bereits rund 49 Millionen Euro verwendet. Von insgesamt 14 Kilometern an neuen Abwasserkanälen in Herten wurden bereits 6 Kilometer fertig gestellt, in den kommenden Jahren folgt darüber hinaus noch die Renaturierung von insgesamt 11 Kilometern an Gewässerläufen.

Das Herzstück des Emscher-Umbaus ist der Abwasserkanal Emscher (AKE), der das Schmutzwasser aus den Zuflusskanälen aufnehmen wird. In Herten ist der AKE rund 2400 Meter lang – und bereits komplett verlegt: Dafür wurden 650 Rohr-Elemente mit einem Gesamtgewicht von 13.307 Tonnen vorgetrieben.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.