Oberhausen: In tiefster Baugrube an der Emscher entsteht nun das Pumpwerk Oberhausen

Oberhausen. Nachdem die Emschergenossenschaft ihre unterirdischen Vortriebsarbeiten für den Abwasserkanal Emscher fertig gestellt hat, laufen aktuell die Arbeiten am künftigen Pumpwerk Oberhausen auf vollen Touren. Bei der Baugrube im Holtener Bruch in OB-Biefang handelt es sich um die zurzeit tiefste Baugrube (46 Meter) im Rahmen des Emscher-Umbaus. Einen „Tag der offenen Tür“ auf ihrer spektakulärsten Baustelle plant die Emschergenossenschaft derweil für das kommende Frühjahr.

Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft

Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft

Momentan betoniert die Emschergenossenschaft die 1,80 Meter dicke Betonplatte der Baugrube. Auf dieser Sohle entsteht dann das eigentliche Tiefbauteil für das Pumpwerk. Als nächste Maßnahme wird die Emschergenossenschaft die Außenwand des Tiefbauteils hochziehen. Diese Wand gleicht einem inneren Ring der Baugrube und verringert ihren Durchmesser um 3,60 Meter auf später rund 42 Meter.

Die Arbeiten an der Außenwand sollen nach derzeitiger Planung im Frühjahr 2018 beendet sein. Gleichzeitig beginnt die Emschergenossenschaft bereits mit der Erstellung der Innenwände des späteren Pumpwerks. Diese Arbeiten sind bis Ende 2018 geplant. Parallel dazu soll ab voraussichtlich Herbst 2018 die Maschinen- und Elektrotechnik (Einbau der Pumpen sowie Anbindung ans Stromnetz) installiert werden. Die Inbetriebnahme des Pumpwerks Oberhausen und damit die Inbetriebnahme des Gesamtkomplexes Abwasserkanal Emscher ist für Ende 2020 vorgesehen.

Baustellenbesichtigung
Das Interesse der Öffentlichkeit an der zurzeit spektakulärsten Baustelle im Rahmen des Generationenprojekts Emscher-Umbau ist groß. Die Emschergenossenschaft erreichen nach wie vor zahlreiche Anfragen bezüglich einer Baustellenbesichtigung. Daher wird der Wasserwirtschaftsverband im kommenden Frühjahr einen „Tag der offenen Tür“ anbieten. Vorher wird dies aus Sicherheitsgründen aufgrund der regen Bauaktivität leider nicht möglich sein. Die Emschergenossenschaft bittet um Verständnis.

Den Termin für die Baustellenbesichtigung wird die Emschergenossenschaft rechtzeitig mitteilen.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.