Herne: Frischzellenkur für Emscher-Gewässer

Herne. Im Rahmen einer naturnahen Regenwasserbewirtschaftung soll künftig das Niederschlagswasser von den Flächen des Grundstücks Friedrich-der-Große 2 in den Storchengraben eingeleitet werden. Dafür erhält die Grundstücksgesellschaft der UPS Deutschland Inc. & Co. OHG von der Emschergenossenschaft eine Förderung in Höhe von 324.900 Euro. Den Förderbescheid übergab Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, am heutigen Donnerstag im Beisein von Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda an Frank Sportolari, Generalbevollmächtigter von UPS Deutschland.

„Sauberes Regenwasser hat weder in einem Abwasserkanal noch in einer Kläranlage etwas zu suchen, denn es sollte nicht noch einmal für teuer Geld gereinigt werden. Um sowohl unsere Kanäle als auch die Kläranlagen zu entlasten, wollen wir gemeinsam mit unserem Partner, der Stadt Herne, möglichst viele Flächen abkoppeln, damit das Wasser entweder vor Ort versickern oder in nahe gelegene Gewässer eingeleitet werden kann“, sagt Dr. Uli Paetzel zum Kerngedanken der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ (ZVR), bei der innerhalb von 15 Jahren zirka 15 Prozent der bislang versiegelten Flächen wieder abgekoppelt werden sollen. „Jeder Tropfen sauberen Wassers bedeutet eine Frischzellenkur für die Flüsse und Bäche“, so Paetzel.

Die ZVR wurde 2005 zwischen dem NRW-Umweltministerium, der Emschergenossenschaft und den Emscher-Kommunen geschlossen. Mit dabei ist natürlich auch die Stadt Herne. Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche Gewässer, die zum Emscher-System gehören: Dorneburger Mühlenbach, Ostbach und Landwehrbach. Und hier kommt die Firma UPS ins Spiel. Sie plant den Umbau ihres Logistikstandortes in Herne. Der Umbau betrifft rund 4 Hektar des Betriebsgeländes. Das auf diesen Flächen anfallende Regenwasser wird künftig gedrosselt in den angrenzenden Storchengraben eingeleitet. Der Storchengraben ist ein kommunaler Zulauf zum genossenschaftlichen Landwehrbach an der Stadtgrenze Herne/Castrop-Rauxel.

Im Rahmen der ZVR erhält die Firma UPS eine Förderung seitens der Emschergenossenschaft in Höhe von 15 Euro/m² abgekoppelte Fläche, jedoch maximal 60 Prozent der förderfähigen Kosten (netto). Für die Abkopplung von 21.660 m² befestigter Fläche ergibt sich eine Förderung von 324.900 Euro.

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sagt: „Wir freuen uns sehr, dass mit diesem Abkopplungsprojekt auf Herner Stadtgebiet ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung geleistet wird. Dies ist auch ein immens wichtiger Bestandteil des Emscher-Umbaus – denn das abgekoppelte Regenwasser kommt nun den im Zuge dieses Generationenprojekts der Emschergenossenschaft renaturierten Gewässern zu Gute.“

Hintergrund:
Der Emscher-Umbau ist ein Generationenprojekt, das 1992 gestartet ist. Die Emschergenossenschaft investiert über einen Zeitraum von rund 30 Jahren geschätzte 5,266 Milliarden Euro in die Aufwertung der Emscher-Flusslandschaft. Dazu gehören auch die Nebengewässer der Emscher in Herne und Wanne-Eickel. Hier plant die Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus Investitionen in Höhe von insgesamt 421 Millionen Euro. Davon wurden bislang rund 251 Millionen Euro eingebracht. Von insgesamt 36 Kilometern an neuen Abwasserkanälen wurden bereits 21 Kilometer fertig gestellt, von insgesamt 25 Kilometern an Gewässerläufen wurden bereits 3 Kilometer renaturiert.

Zurzeit arbeitet die Emschergenossenschaft schwerpunktmäßig am Landwehrbach-System sowie am Schmiedesbach. Der Ostbach ist bereits in Teilen renaturiert und gilt dort als Vorzeigeprojekt. In Wanne-Eickel ist der Dorneburger Mühlenbach bereits abwasserfrei und in Teilen auch renaturiert, mit der ökologischen Verbesserung geht es hier in 2017 weiter.