„Gemeinsam für Emscher 2020“: Kreis Unna ist ebenfalls dabei

Gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Städtebauministerium sowie den Emscher-Anrainern hat die Emschergenossenschaft eine neue Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Bis 2020 sollen begleitend zum Emscher-Umbau mehr als 180 städtebauliche Projekte die Lebensqualität für die Bevölkerung in den emschernahen Stadtteilen verbessern. Investiert werden soll ein aus Bundes- und Landesmitteln finanzierter dreistelliger Millionenbetrag. Das Ziel: In der Schlussphase des Emscher-Umbaus will die Region im Jahr 2020 ihren Wandel in all seinen Facetten präsentieren und feiern. Mit dabei ist auch der Kreis Unna, für den Landrat Michael Makiolla nun in dieser Woche die Vereinbarung unterzeichnete. Der Kreis ist mit der Emscherquellstadt Holzwickede ganz prominent beim Emscher-Umbau vertreten. Die Gemeinde hat bislang bereits erheblich vom Emscher-Umbau profitiert, unter anderem wurde der Innenstadt-Bereich aufgewertet – ein Aushängeschild der Emschergenossenschaft ist zudem der Emscherquellhof an der Quellenstraße.

Foto der Unterzeichnung. Zu sehen sind: Dr. Uli Paetzel (li.), Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Landrat Michael Makiolla. (Foto: Lena Witteler / Kreis Unna).

Foto der Unterzeichnung. Zu sehen sind: Dr. Uli Paetzel (li.), Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Landrat Michael Makiolla. (Foto: Lena Witteler / Kreis Unna).

Der Emscher-Umbau befindet sich auf seiner Schlussgeraden. Das Hauptziel dieses beispiellosen Generationenprojekts – eine vom Abwasser befreite Emscher – wird voraussichtlich Ende 2020 erreicht werden. In einem Zeitraum von dann drei Jahrzehnten wird die Emschergenossenschaft nach derzeitigem Kenntnisstand prognostizierte 5,266 Milliarden Euro in die Aufwertung der Emscherlandschaft investiert und eine moderne abwassertechnische Infrastruktur geschaffen haben.

„Die Entwicklung unserer Emscher ist damit jedoch noch lange nicht zu Ende, sondern läutet vielmehr den Beginn einer neuen Ära für die ganze Region ein. Mit der neuen Emscher haben wir die Voraussetzungen für die integrale Planung von Stadt, Land und Wasserwirtschaft geschaffen. Nur so lässt sich den zahlreichen Herausforderungen wie demographischer Wandel, klimatische Veränderungen etc. begegnen“, sagt Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

„Die Emscher entspringt bei uns im Kreis. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir auch diesmal wieder zusammenarbeiten, um dem Fluss und vor allem dem Leben am Fluss zu mehr Qualität und Attraktivität zu verhelfen“, ergänzt Landrat Michael Makiolla.

Schaufenster des Wandels
In der Schlussphase des Emscher-Umbaus geht es nun darum, alle seine Facetten in einem „Schaufenster des Wandels“ zu präsentieren. Bei „Gemeinsam für Emscher 2020“ gilt es, den Mehrwert des wasserwirtschaftlichen Generationenprojektes für die Lebensqualität einer ganzen Region in den Kontext der Stadt- und Freiraumentwicklung zu stellen – aber nicht nur mit einer „Werkschau“ ähnlich einer kleinen Bauausstellung, sondern mit dezentralen Veranstaltungen in den Quartieren an der Emscher, mit Emscher-Reisen, wissenschaftlichen Fachveranstaltungen und vielen kleinen und großen Ereignissen.

Bereits in den vergangenen 25 Jahren haben die Kommunen den Mehrwert des zunächst rein technischen Emscher-Umbaus für strukturelle Verbesserungen erkannt, städtebauliche Projekte entwickelt und realisiert. Die Schlussphase des Emscher-Umbaus bietet die Chance, nicht nur die bisherigen Leistungen zu würdigen, sondern diese sogar noch zu intensivieren: Mehr als 180 städtebauliche Projekte sollen in den kommenden Jahren in den emschernahen Stadtteilen realisiert werden – der Wandel durch den Emscher-Umbau strahlt damit vom künftig blauen Fluss über seine neuen grünen Ufer in die Quartiere hinein.

In Abstimmung mit den Städten der Region erfassen das Präsentationsjahr und die Qualitätsoffensive für Emscher 2020 die vier folgenden Schaufenster des Wandels: 1) die fertige Emscher; u.a. in Holzwickede im Kreis Unna, 2) Emscherland 2020, 3) die Emscherinsel und 4) das Emscherdelta. In diesen vier Schaufenstern sollen von Emschergenossenschaft und den Kommunen dargestellt werden: realisierte Projekte für mehr Lebensqualität entlang der Emscher, in Arbeit befindliche Bauprojekte, Planungsvorhaben für städtebauliche Leitprojekte und Beteiligungsprozesse („Partizipation“) mit der Bevölkerung zur Weiterentwicklung ihrer Quartiere rechts und links der Emscher.

Die Projekt-Liste umfasst insgesamt rund 270 städtebauliche Projekte. Davon sind etwa 80 bereits abgeschlossen, 65 in Arbeit und zirka 120 Projekte in Planung. Im Präsentationsjahr 2020 sollen alle realisierten neuen Qualitäten einer breiten Öffentlichkeit vor Ort sowie auch überregional anschaulich gemacht werden.

Die bereits bis heute erzielten Ergebnisse im Rahmen des Emscher-Umbaus standen folglich auch bei der Genossenschaftsversammlung in Oberhausen im Fokus des Jahresberichts. Aktuell hat die Emschergenossenschaft bereits rund 330 von zirka 420 Kilometern an neuen unterirdischen Abwasserkanälen fertig gestellt sowie 122 von 350 Kilometern an Gewässerlandschaften bereits ökologisch umgestaltet.

Emscher-Fakten zur Gemeinde Holzwickede
Auch Holzwickede im Kreis Unna ist eine Emscher-Stadt – und zwar die Quellstadt. Hier hat die Emschergenossenschaft von 2009 bis 2010 u.a. die Emscher im Gemeindepark erheblich aufgewertet – rund eine Million Euro wurde allein hierfür investiert. In der Stadt Holzwickede plant die Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus Investitionen in Höhe von insgesamt 22 Millionen Euro. Davon wurden bislang rund 20 Millionen Euro eingebracht. Von insgesamt sechs Kilometern der Emscher wurden bereits in Holzwickede fünf Kilometer umgestaltet, der letzte Kilometer im Bereich der Hauptstraße folgt noch. Dabei soll die dort verrohrte Emscher auf einer Länge von rund 200 Metern offengelegt werden. Das Aushängeschild der Emschergenossenschaft in Holzwickede ist der Emscherquellhof, der in diesem Jahr auch Austragungsort für die internationale Ausstellung „Emscherkunst“ war, die den Emscher-Umbau als Triennale begleitet.

Erheblicher Mehrwert durch neue Radwege
Zu Beginn des Emscher-Umbaus noch gar nicht mit eingeplant, mittlerweile jedoch ein erheblicher Mehrwert-Faktor: der Bau neuer Radwegeverbindungen zur besseren Erlebbarkeit des neuen Emscherlandes. So sind im Rahmen des Emscher-Umbaus bis heute rund 128 Kilometer an neuen Radwegen in dieser Region entstanden!