Dortmund: Rund 250 Experten beraten über Herausforderungen der Zukunft

Dortmund. Die Emscher-Kommunen haben im Mai 2014 im Rahmen der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung mit der Emschergenossenschaft und dem Land NRW (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz) ihre Mitwirkung an der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ erklärt. Im Zentrum der Zukunftsinitiative stehen die Handlungs- und Gestaltungsperspektiven, die mit dem innovativen Leitbild der „Integralen Wasserwirtschaft“ und einer wassersensiblen Stadt- und Quartiersentwicklung verbunden sind. Am Montag fand nun in Dortmund im Dietrich-Keuning-Haus in Dortmund ein Experten-Forum im Rahmen der Zukunftsinitiative statt. Unter den Teilnehmern befanden sich rund 250 Vertreter aller Fachbereiche der Emscherstädte – von Holzwickede bis Dinslaken! Begrüßt wurden sie von Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Dr. Uli Paetzel, dem Vorstandsvorsitzenden der Emschergenossenschaft.

Experten-Forum im Rahmen der Zukunftsinitiative "Wasser in der Stadt von morgen" (Foto:EG)

Experten-Forum im Rahmen der Zukunftsinitiative "Wasser in der Stadt von morgen" (Foto:EG)

Alle Partner erwarten über ihre aktive Mitwirkung an der Zukunftsinitiative eine kontinuierliche Beförderung der Umsetzung ihrer jeweiligen Zielsetzungen im Bereich der Klimaanpassung, des Überflutungs- und Hochwasserschutzes, der wasserinfrastrukturellen Systeme, der Gewässerökologie sowie der urbanen Lebensqualität.

„Eine integrale Wasserwirtschaft bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Um den gesamten Wasserkreislauf im Blick zu behalten, führt unsere Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ unter anderem Themen wie Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Freiraumplanung, Klimaanpassung und Straßenbau enger zusammen. Das heutige Experten-Forum war dabei ein erfolgreicher Schritt, denn hier haben wir interkommunal und fachübergreifend verschiedene Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Ämtern zusammengebracht“, sagt Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Ein praktisches Beispiel: Wird in einer Straße die Fahrbahn saniert, müsste automatisch mitgeklärt werden, ob es sich lohnt, für sauberes Regenwasser von angrenzenden Flächen über begleitende Gestaltungsmaßnahmen wie z. B. offene Rinnen neue Wege zu einem Gewässer oder einer Grünfläche zu schaffen. Dies entlastet auch die Kanalisation und kann bei ohnehin anstehenden Kanalbaumaßnahmen Kosten einsparen. Gleichzeitig geht mit der offenen Ableitung des Regenwassers eine Begünstigung des städtischen Klimas einher. Die Wasserwirtschaft kann folglich einen bedeutenden Beitrag für das Leben in den Städten und Metropolregionen von morgen leisten.

Dem stimmt auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei: „Die Anpassung an den Klimawandel und der Umgang mit dem Regenwasser als Bestandteil der integralen Wasserwirtschaft in Siedlungsgebieten sind die elementaren Aufgaben unserer Planungen. Die Wasserwirtschaft übernimmt damit eine tragende Rolle in der Stadtgestaltung und Stadtentwicklung“, sagt Sierau, der vor seiner Amtszeit als Oberbürgermeister in Dortmund Dezernent für Planung, Städtebau und Infrastruktur war.

Die Vernetzung von Grünzügen und Wasserachsen, temperatur-regulierende Wasserflächen, dezentrale Puffer- und Speicherräume zum Rückhalt von Starkregen, die Gestaltung von urbaner Landschaft mit der Bewirtschaftung von Regenwasser bilden wichtige Bestandteile in der ökologischen Stadtentwicklung und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Kooperationen und Synergien

Die Emscherregion verändert sich nicht nur durch den Strukturwandel. Auch der demographische Wandel und der Klima-wandel stellen die Region vor neue Herausforderungen. Diese Anforderungen müssen die Planungen aller Beteiligten in der Region in abgestimmten Prozessen ausgewogen berücksichtigen. Um die Städte in der Emscher-Region auch unter sich ändernden Rahmenbedingungen zukunftsfähig zu halten, müssen Veränderungen mit einer Stadtgestaltung verbunden sein, die ein intaktes Lebensumfeld ermöglicht und einen Qualitätsgewinn für das städtische Leben erzeugt. Ein Ausgangspunkt für die intensivere Zusammenarbeit ist unter anderem das Kooperationsmodul „ZUGABE“. Das Akronym steht für „ZUkunftschancen GAnzheitlich BEtrachten“. Dabei geht es um ein konkretes und praxisorientiertes GIS-gestütztes Planungsmodul. Das Programm zeigt die Potenziale des Zusammenwirkens von integraler Wasserwirtschaft und Stadt- und Frei-raumplanung mit anderen Fachdisziplinen auf. Es hilft, Synergien zwischen verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern zu erkennen und Chancen für eine Stadtentwicklung mit Blick auf Wasserthemen zu ermitteln.