Bottrop: Erster kleiner Meilenstein beim Berne-Umbau erreicht

Bottrop. Einen ersten kleinen Meilenstein beim Berne-Umbau hat die Emschergenossenschaft am Mittwochabend erreicht: Gegen 17 Uhr durchbrach der unterirdische Berne-Bohrer die Betonwand der Zielgrube nahe der Hafenstraße – in rund 20 Metern Tiefe. Zuvor hatte die Vortriebsmaschine mehr als 720 Meter aus Essen-Bergeborbeck kommend zurückgelegt und dabei auch den Rhein-Herne-Kanal unterquert. Die Kanalrohre in diesem Abschnitt haben einen Innendurchmesser von zwei Metern.

Foto vom Moment des Durchstichs (Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft).

Die Emschergenossenschaft wird die Vortriebsmaschine nun bergen und zu ihrer ursprünglichen Startgrube zurück transportieren – von dort aus wird anschließend der Berne-Kanal in entgegengesetzter Richtung zum Sulterkamp auf Essener Stadtgebiet erstellt.

Hintergrund
Der Abwasserkanal Berne-Unterlauf bildet das Bindeglied zwischen den oberhalb liegenden Teileinzugsgebieten des Berne-Systems, wie dem Borbecker Mühlenbach, und dem Abwasserkanal Emscher – der künftigen abwassertechnischen Hauptschlagader des zentralen Ruhrgebietes. Die Berne wird hierbei vom Abwasser befreit, so dass künftig nur das saubere Quell-, Grund- und Regenwasser durch die Berne fließen wird.

Der Bau des Abwasserkanals Berne-Unterlauf dauert insgesamt zirka zwei Jahre. Die aktuelle Baumaßnahme erstreckt sich über zwei Bereiche in Essen und Bottrop zwischen dem Sulterkamp und der Emscher überwiegend entlang der heutigen Berne von km 0,0 bis km 2,6. Kernstück der Baumaßnahme ist die Errichtung des Abwasserkanals in einer Tiefe bis zu 23 Meter mit einem Durchmesser von zwei Meter und den zugehörigen Schachtbauwerken in geschlossener Bauweise.

400-Millionen-Euro-System
In den nun anstehenden Bauabschnitt investiert die Emschergenossenschaft rund 22 Millionen Euro. Insgesamt kostet der Umbau des gesamten Berne-Systems (inklusive aller Nebenläufe) zirka 400 Millionen Euro. Rund 100 Millionen Euro hat die Emschergenossenschaft bereits auf Essener Stadtgebiet eingebracht, etwa am Borbecker Mühlenbach.