Witten: Neue Anlage an der Dünnebecke trennt Regen von Abwasser

Witten. Im Norden des Stockumer Ortskerns dominiert die wunderschöne Landschaft. Doch auch hier verbergen sich teilweise wichtige Infrastruktureinrichtungen. Eine davon ist das Regenrückhaltebecken an der Mühlenstraße. Und genau hier hat sich in den vergangenen 18 Monaten einiges getan, denn die Emschergenossenschaft hat als neuer zuständiger Eigentümer das Becken ausgebaut, um im Zuge einer sogenannten Regenwasserbehandlung sauberes Regenwasser von schmutzigem Abwasser zu trennen. Die Emschergenossenschaft hat ihre Arbeiten mittlerweile abgeschlossen. In den kommenden Tagen soll die Anlage in Betrieb gehen.

Einen Regenwasserbehandlungsanlage funktioniert wie folgt: Bei starken Regenfällen wird das Mischwasser (Schmutz- und Regenwasser) zunächst in einem Stauraumkanal „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung weiter durch den Abwasserkanal transportiert werden.

Das oben schwimmende weitestgehend saubere und nichtklärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine Entlastungsschwelle in das Regenrückhaltebecken „schwappen“. Auf diese Weise werden sowohl die Abwasserkanäle als auch die Kläranlagen der Emschergenossenschaft nicht überlastet, denn sauberes Regenwasser hat nichts im Schmutzwasserkanal zu suchen und muss auch nicht noch einmal kostenintensiv in der Kläranlage gereinigt werden.

Die Regenwasserbehandlung bzw. -rückhaltung dient darüber hinaus auch dem Schutz vor Überflutungen – denn: Damit die Dünnebecke (in weiten Teilen verrohrt) keine Flutwellen mit der Folge von lokalen Überflutungen vor sich her treibt, wird das Regenrückhaltebecken solche Wasserspitzen in Zukunft noch besser puffern und erst nach und nach in das Gewässer abgeben.

Den bereits vorhandenen zwei Becken wurden dazu am Ende der beiden zulaufenden städtischen Sammelkanäle (aus Richtung der Straßen Am Katteloh und Weizenkamp) neue Stauraumkanäle mit sogenannten Entlastungsbauwerken vorgeschaltet. Diese wurden parallel zu den Becken auf dem Anlagengelände verlegt. Die beiden nun nachgeschalteten Becken wurden miteinander verbunden und dienen nun als der Regenwasserbehandlung nachgeschaltetes Regenrückhaltebecken mit nur noch einer gedrosselten Einleitung in die Dünnebecke. Insgesamt wurden 500 m³ Behandlungsvolumen damit neu geschaffen.

Im Zuge der Maßnahme musste ein auf der Fläche beheimateter Esel „weichen“. Dem Eigentümer hatte die Emschergenossenschaft die Rückkehr des Esels nach Ende der Bautätigkeiten ermöglichen wollen. Allerdings hat der Besitzer es sich zwischenzeitlich anders überlegt…