Bottrop: Wissenstransfer von der Emscher nach Kabul

Bottrop. Die Emschergenossenschaft hat in dieser Woche auf ihrer Kläranlage in der Welheimer Mark eine Delegation aus Afghanistan empfangen. Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) informierten sich die Gäste speziell zu dem Thema Abwasserreinigung. Die Emschergenossenschaft ist gemeinsam mit dem Lippeverband der größte Betreiber von Kläranlagen in Deutschland.

Foto: Emschergenossenschaft

Bei den Besuchern handelte es sich um hochrangige Vertreter des Nationalen Unternehmens für städtische Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, des Wasser- und Energieministeriums sowie verschiedener regionaler Wasserwirtschaftsverbände, u.a. aus Kabul und Helmand.

Der Sektor Abwassereinigung befindet sich in Afghanistan noch im Aufbau. Kläranlagen gibt es in Afghanistan kaum, das Abwasser versickert meistens außerhalb der Städte im Boden – und verunreinigt das Grundwasser… Expertenwissen wird daher dringend benötigt. Für die Emscher-genossenschaft sind solche Erfahrungsaustausche nicht ungewöhnlich. Mehrfach hat der Wasserwirtschaftsverband bereits sein Know-how für Anfragen aus aller Welt (u.a. aus Kolumbien, Algerien, China, Korea etc.) zur Verfügung gestellt.

Heiko Althoff, Leiter der Stabsstelle Wassermanagement bei der Emschergenossenschaft, führte allgemein in die Arbeit der hiesigen Flussmanager ein. Dr. Lars Günther, Leiter der Emscher-Kläranlage in Bottrop, zeigte den Gästen anschließend die die Betriebsanlage und ging mit ihnen den Weg des Wassers nach. So besichtigten die Besucher das Rechenhaus, den Sandfang, die Vorklärung, die biologische Reinigung und die Nachklärung. Höhepunkt des Besuchs war der Aufstieg auf die vier rund 50 Meter hohen Faulbehälter der Kläranlage.