Essen: Berne-Umbau läuft gut an: Kanal misst bereits 630 Meter

Essen. Die Arbeiten der Emschergenossenschaft zur Entflechtung der Berne laufen auf Hochtouren. Um das Gewässer vom Schmutz zu befreien, muss zunächst ein unterirdischer Abwasserkanal gebaut werden. Diesen treibt die Emschergenossenschaft seit dem Spätsommer von Essen-Bergeborbeck (Econova-Allee) aus in Richtung Bottrop-Ebel (nahe Hafenstraße) vor – und zwar in rund 20 Metern Tiefe! Aktuell hat der „unterirdische Zwilling“ der Berne eine Länge von rund 630 Metern erreicht. Insgesamt ist dieser Kanalabschnitt knapp 720 Meter lang. Die Emschergenossenschaft geht davon aus, dass der Berne-Bohrer seine Zielgrube innerhalb der kommenden zwei Wochen erreichen wird.

Bauarbeiten am Berne-Abwasserkanal (Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft).

Für die aktuell zirka 630 Meter des Berne-Kanals, der künftig das Berne-Gewässer als Abwasserlauf ablösen soll, hat die Emschergenossenschaft bislang etwas mehr als 200 Betonrohrelemente verlegt.

Wenn die Vortriebsmaschine ihren Zielschacht erreicht hat, wird sie geborgen und zurück zu ihrer ursprünglichen Startgrube transportiert – von dort aus wird anschließend der Berne-Kanal in entgegengesetzter Richtung zum Sulterkamp auf Essener Stadtgebiet erstellt.

Der Abwasserkanal Berne-Unterlauf bildet das Bindeglied zwischen den oberhalb liegenden Teileinzugsgebieten des Berne-Systems, wie dem Borbecker Mühlenbach, und dem Abwasserkanal Emscher – der künftigen abwassertechnischen Hauptschlagader des zentralen Ruhrgebietes. Die Berne wird hierbei vom Abwasser befreit, so dass künftig nur das saubere Quell-, Grund- und Regenwasser durch die Berne fließen wird.

Der Bau des Abwasserkanals Berne-Unterlauf dauert insgesamt zirka zwei Jahre. Die aktuelle Baumaßnahme erstreckt sich über zwei Bereiche in Essen und Bottrop zwischen dem Sulterkamp und der Emscher überwiegend entlang der heutigen Berne von km 0,0 bis km 2,6. Kernstück der Baumaßnahme ist die Errichtung des Abwasserkanals in einer Tiefe bis zu 23 Meter mit einem Durchmesser von 2 Meter und den zugehörigen Schachtbauwerken in geschlossener Bauweise.

400-Millionen-Euro-System
In den nun anstehenden Bauabschnitt investiert die Emschergenossenschaft rund 22 Millionen Euro. Insgesamt kostet der Umbau des gesamten Berne-Systems (inklusive aller Nebenläufe) zirka 400 Millionen Euro. Rund 100 Millionen Euro hat die Emschergenossenschaft bereits auf Essener Stadtgebiet eingebracht, etwa am Borbecker Mühlenbach.