Hamm: Westhusener Bach fließt bereits in seinem neuen Bett

Hamm. Der Lippeverband steht kurz vor der Fertigstellung der Baumaßnahme „Verlegung des Westhusener Bachs“. Das Gewässer fließt aktuell bereits in seiner neuen Trasse in Richtung Lippe. Der Geländetiefpunkt wird damit nun umgangen, was den Abfluss deutlich verbessert. Bis Ende November erfolgen nun noch Restarbeiten.

Zu erkennen sind die neue Trasse sowie das neue Hochwasserrückhaltebecken (Foto: Lippeverband).

Der Westhusener Bach fließt Im nordöstlichen Bereich von Hamm, in Westhusen an der Grenze zu Ahlen, nun im neuen Bachverlauf bis zur Mündung in die Lippe unterhalb des Schlosses Oberwerries – das Gewässer muss nicht mehr gepumpt werden! Der Westhusener Bach erhält dadurch wieder einen hohen ökologischen Stellenwert, da die biologische Durchgängigkeit von oben nach unten und umgekehrt wieder hergestellt sein wird. Bislang bildete das Pumpwerk Freisfeld noch eine ökologische Barriere.

Der alten Trasse des Westhusener Bachs in dem Senkungsgebiet kommt künftig jedoch im Hochwasserfall eine besondere Bedeutung zu: Führt der Westhusener Bach bei starken Niederschlägen zu viel Wasser, kann dieses ab einer bestimmten Menge über eine Schwelle „schwappen“ und in das alte Bachbett fließen. In dem Bereich nördlich des Waldweges hat der Lippeverband dazu ein neues Rückhaltebecken mit einem Fassungsvolumen von 2300 Kubikmetern ausgehoben.

Neues Pumpwerk
Anstelle des bisherigen Pumpwerks Freisfeld wird künftig eine neue, jedoch kleinere Anlage im Bedarfsfall das Hochwasserrückhaltebecken, das der Lippeverband im Geländetief erstellt hat, entleeren und das Wasser per Druckrohrleitung in den Westhusener Bach einleiten. Damit hat der Lippeverband den Hochwasserschutz in diesem Bereich erheblich verbessert.

Restarbeiten
Zu den Restarbeiten, die nun noch bis Ende November erfolgen, gehören unter anderem der Wegebau im Umfeld des Gewässers sowie das Anbringen der Geländer im Bereich der kleinen Brücken über den Westhusener Bach.

Hintergrund:
In Hamm-Westhusen sind beim Kohleabbau durch das Bergwerk Westfalen bergbauliche Einwirkungen entstanden, die den Abfluss der Gewässer störten. Bereits 1992 hatte der Lippeverband ein erstes wasserwirtschaftliches Konzept für diesen Bereich vorgelegt. Dieses wurde in den Folgejahren kontinuierlich angepasst und zu einem Gesamtkonzept weiterentwickelt. Im Jahr 2014 erging schließlich der Planfeststellungsbescheid für diese Baumaßnahme, im darauf folgenden Jahr konnte der Bau beginnen. Die Maßnahme kostet zirka 1,5 Millionen Euro und wird von der RAG getragen.