Oberhausen: Emscher führt Niedrigwasser

Oberhausen. Die Emscher führt zurzeit extremes Niedrigwasser im Bereich Oberhausen. Der leichte Regen in der Nacht auf Mittwoch hat da auch keinen Unterschied gemacht, denn an der Station in Oberhausen-Buschhausen registrierte die Emschergenossenschaft zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens lediglich 1,3 Millimeter Niederschlag. Die Emscher steht aktuell so niedrig, dass sogar die Steine zur Böschungssicherung sichtbar werden. Der Abfluss beträgt aktuell im Bereich Oberhausen-Königstraße 8500 Liter pro Sekunde – normalerweise sind es im Schnitt rund 15.000 Liter pro Sekunde!

Die Niedrigwasser führenden Emscher an der Königstraße (Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft).

Der Pegelstand der Emscher an der Königstraße pendelte sich in den vergangenen Tagen bei zirka 2,30 Meter ein. Der Mittelwasserstand liegt dagegen normalerweise bei 2,74 Meter. Der Niedrigstand der Emscher rührt jedoch nicht allein vom ausbleibenden Regen in den vergangenen Wochen. Auch die Sanierungsarbeiten der Emschergenossenschaft auf ihrer Kläranlage in Bottrop tragen dazu bei.

Da einige der Klärbecken aktuell für die Wartungen außer Betrieb genommen wurden, reinigt die Anlage zurzeit weniger Abwasser. Die Folge: Es wird auch weniger gereinigtes Wasser in die Emscher zurückgeführt. Der Fluss führt folglich deutlich weniger Wasser als üblich.

Der Schmutz fehlt nicht
Dabei fehlt jedoch nicht der Schmutzwasseranteil – dieser bleibt gleich, fällt nun jedoch aufgrund des fehlenden Reinwasseranteils deutlich konzentrierter aus. In den heißen Sommermonaten führte dies zu einer extremen Geruchsbelästigung, vor allem im Bereich unterhalb der Kläranlage Bottrop, also vorrangig in Oberhausen. Gemildert wurde dies aktuell durch die kühleren Temperaturen, jedoch auch durch die Gegenmaßnahmen der Emschergenossenschaft.

Die vorübergehende Einbringung höherer Nitratwerte in die Emscher sowie das Anbringen von Gelplatten entlang des Gewässers zur Neutralisierung der Gerüche zeigen Wirkung, auch wenn es zuletzt noch vereinzelt Beschwerden von Anwohnern über den Emscher-Gestank gab.

Eine langfristige Lösung zur weitestgehenden Beseitigung des Emscher-Geruches stellt nach wie vor der Emscher-Umbau dar. Die Emschergenossenschaft verzeichnet weiterhin Fortschritte beim Bau des großen Abwasserkanals Emscher in Oberhausen. Nachdem beide Tunnelbohrmaschinen ihr Zwischenziel in Buschhausen erreicht hatten, hat sich die erste der beiden Bohrer nun bereits auf den Weg zur letzten Etappe der Doppelrohrtrasse gemacht – das finale Ziel, der Holtener Bruch in Biefang, soll im kommenden Sommer erreicht werden!