Oberhausen: Abwasserkanal Emscher: Auch die zweite Bohrmaschine hat nun ihr Ziel erreicht

Oberhausen. Nur wenige Tage nach der Einfahrt der südlichen Tunnelbohrmaschine des Abwasserkanals Emscher hat nun auch die nördliche Maschine die Zielgrube an der Forsterbruchstraße in OB-Buschhausen erreicht. Gegen 15.30 Uhr am Sonntagnachmittag durchstach der Bohrkopf die Betonwand und fuhr in den Schacht ein, wo die andere Maschine bereits „wartete“ – für die Emschergenossenschaft bedeutet dies einen weiteren kleinen Meilenstein auf dem Weg zu einer sauberen und geruchsfreien Emscher.

Foto des zweiten Durchstichs. Zu sehen ist der Moment, in dem die zweite Maschine die Betonwand durchbricht. Die erste Maschine „parkt“ bereits in der Grube. (Foto: Carsten Machentanz / Emschergenossenschaft).

Im Zuge des Bauabschnitts 40 des Abwasserkanals Emscher waren die beiden Tunnelbohrmaschinen zuletzt im Bereich OB-Neue Mitte gestartet – in rund 40 Metern Tiefe! Ursprünglich begann der Kanalbau für diesen Abschnitt an der Stadtgrenze Bottrop-Süd und Oberhausen.

Die Doppelrohrtrasse des Bauabschnitts 40 ist etwas mehr als zehn Kilometer lang, mittlerweile hat die Emschergenossenschaft rund 7,4 Kilometer bereits verlegt. Die Einfahrt in das letzte Ziel, die Grube des neuen Pumpwerks Oberhausen in Biefang, ist für den Spätsommer/Herbst 2017 geplant. Die Emschergenossenschaft arbeitet derzeit parallel an der Erstellung dieser Baugrube, Baubeginn war im Mai dieses Jahres.

Hintergrund: Bauabschnitt 40
Der sogenannte Bauabschnitt 40 des AKE beginnt an der Stadtgrenze Bottrop/Oberhausen und endet östlich des Holtener Feldes in Oberhausen-Biefang (im Bereich der A 3). Im September 2014 hatte die Emschergenossenschaft mit den Tunnelbauarbeiten in Bottrop-Süd begonnen. Die beiden rund 80 Meter langen Tunnelbaumaschinen bohren sich parallel durch den Boden.

Anders als in den anderen AKE-Bauabschnitten 20 (ausschließlich auf Bottroper Stadtgebiet, bereits seit 2013 fertiggestellt) und 30 (Bottrop-Ost bis Dortmund, seit Oktober 2015 fertiggestellt) wird der Abwasserkanal Emscher in Oberhausen nicht im reinen Rohrvortrieb verlegt, sondern im sogenannten Tübbingausbau. Generell unterscheidet sich der Vortrieb mit Tübbingausbau vom Rohrvortrieb dadurch, dass keine kompletten Rohrelemente durch den Boden geschoben werden, sondern das Rohr aus einzelnen (insgesamt sechs) Segmenten direkt in der Vortriebsmaschine hergestellt wird.