Dortmund: Zweiter Emscher-Weinberg lädt Menschen zum Mitmachen ein

Dortmund. Der Weinanbau im Emscher-Gebiet kann durchstarten: Nachdem bereits der erste Weinberg der Emschergenossenschaft an der Emscher am Phoenix-See seit Jahren für Furore sorgt, haben die Flussmanager nun am Freitag gemeinsam mit der Stadt Dortmund einen zweiten Weinberg am Rüpingsbach eingeweiht – mit der Pflanzung des letzten Rebstocks durch Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Eines ist jedoch neu an diesem Weinberg, denn hier kann mitgemacht werden!

Foto von der Pflanz-Aktion (Quelle: Ilias Abawi/EGLV)

Foto von der Pflanz-Aktion (Quelle: Ilias Abawi/EGLV)

Seit 2012 hatte die Emschergenossenschaft im Zuge des Umbaus der Emscher zur Dokumentation und Vermittlung des Klimawandels im Dortmunder Stadtteil Hörde bereits einen kleinen Projektweinberg angelegt (96 Rebstöcke). Aufgrund der positiven Ergebnisse des Experimentes plante die Emschergenossenschaft daraufhin in Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund, den Weinanbau in ähnlichen Projekten mit den vorhandenen Erfahrungen auszuweiten.

300 Reben am Rüpingsbach
Im Hinblick auf die festgelegten Standortkriterien bot sich eine terrassierte Potenzialfläche im Umweltkulturpark an der Ostenbergstraße in direkter Nachbarschaft zum von der Emschergenossenschaft ebenfalls renaturierten Rüpingsbach an. Hier stimmen Mikroklima, Topographie und verkehrstechnische Anbindung, so dass nun eine Bewirtschaftung mit zunächst 300 Reben starten kann. Da der Weinberg als Vermittlungsprojekt vor allem die lokale Bevölkerung ansprechen soll, sollen auch freiwillige Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, sich intensiv an der Pflege und dem Betrieb des neuen Standortes beteiligen zu können.

Der Emscher-Umbau ist ein Symbol des Strukturwandels in der gesamten Region. Die Fluss-Umgestaltung ist dabei nicht nur ein wasserwirtschaftliches Projekt, die saubere Emscher ist auch Motor der städtebaulichen Entwicklung (siehe: Phoenix See). Die Emscher ist darüber hinaus Indikator für eine neue Lebensqualität im Neuen Emschertal (siehe: Weinberg an der Emscher). Nichts steht mehr für Lebensqualität als Weinberge und saubere Flüsse. Dies ist nun an der Emscher Realität.

Mehrwert für Mensch und Natur
Der Fluss-Umbau schafft Mehrwert für Mensch und Natur, die Natur wird den Menschen zurückgegeben. Die Emschergenossenschaft will die Menschen jedoch auch an dem Projekt beteiligen, mit Mitmach-Angeboten, bei denen sich Freiwillige aktiv an der Pflege des Weinbergs beteiligen können. Das Angebot soll aus einzelnen Mit-Mach-Aktionen aufgebaut sein, die für jeden offen sind und über das Weinjahr verteilt stattfinden. Weitere Infos hierzu gibt es direkt bei der Emschergenossenschaft unter 0201/104-2512 (Frau Sonja Heldt).

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,3 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.