Dinslaken: NRW-Umweltministerin besichtigt Emscher-Baustellen

Dinslaken. Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Christina Schulze Föcking hat am Montag die Emschergenossenschaft besucht und sich dabei zwei der zurzeit größten Baustellen des Emscher-Umbaus in Dinslaken angesehen: das sich im Umbau befindende Klärwerk Emschermündung sowie die Baustelle des letzten Abschnitts des insgesamt 51 Kilometer langen Abwasserkanals Emscher.

Auf dem Bild zu sehen sind (v.li.): Dr. Emanuel Grün (Technik-Vorstand Emschergenossenschaft), Gerhard Odenkirchen (NRW-Umweltministerium), Bodo Klimpel (Ratsvorsitzender des Lippeverbandes), Christina Schulze Föcking (NRW-Umweltministerin), Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft), Stefan Hager (stellv. Ratsvorsitzender Emschergenossenschaft), Stefan Stegemann (Emschergenossenschaft), Dorothee Uerschels (Referentin im NRW-Umweltministerium). (Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV)

Auf dem Bild zu sehen sind (v.li.): Dr. Emanuel Grün (Technik-Vorstand Emschergenossenschaft), Gerhard Odenkirchen (NRW-Umweltministerium), Bodo Klimpel (Ratsvorsitzender des Lippeverbandes), Christina Schulze Föcking (NRW-Umweltministerin), Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft), Stefan Hager (stellv. Ratsvorsitzender Emschergenossenschaft), Stefan Stegemann (Emschergenossenschaft), Dorothee Uerschels (Referentin im NRW-Umweltministerium). (Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV)

„Der Umbau der Emscher ist eines der symbolträchtigsten Projekte des Strukturwandels in unserem Land. Die ingenieurtechnischen Meisterleistungen im Rahmen dieses Generationenvorhabens stellen das Know-how und Potenzial Nordrhein-Westfalens eindrucksvoll unter Beweis. Der Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer sind Schwerpunkte unserer Umweltpolitik. Die Landesregierung unterstützt Maßnahmen zur Verbesserung von Gewässerstrukturen. Der Emscher-Umbau ist das größte Infrastrukturprojekt der Region – in Europa gibt es derzeit kein vergleichbares wasserwirtschaftliches Projekt", sagte Ministerin Christina Schulze Föcking.

Gemeinsam mit Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, besichtigte sie am Montagnachmittag das Gelände des Klärwerks Emschermündung an der Turmstraße. Das Areal beherbergt aktuell einen Schwerpunkt-Standort des Emscher-Umbaus.

Umbau im laufenden Betrieb
Das Klärwerk selbst, eines der größten Deutschlands übrigens, wird aktuell im Zuge der Umgestaltung des Emscher-Systems bei laufendem Betrieb umgebaut. „Das Projekt gleicht einer Operation am offenen Herzen. Die Maßnahme ist ein Schlüsselbaustein beim Emscher-Umbau, mit der wir unsere Anlage fit für die Zukunft machen “, sagt Paetzel.

Momentan fließt noch der gesamte Emscher-Fluss einmal durch die Anlage, wird dort gereinigt. Das bedeutet: Zurzeit erhält die Emschergenossenschaft eine hohe Wassermenge mit relativ niedriger Konzentration an Abwasser. Das ändert sich, sobald in einigen Jahren der aktuell noch entstehende Abwasserkanal Emscher an die Kläranlage angeschlossen wird. Dann erhält sie nur noch eine niedrigere Wassermenge mit höherer Abwasser-Konzentration. Folglich muss die Kläranlage baulich entsprechend angepasst werden.

Apropos Abwasserkanal Emscher (AKE): Auch auf die Baustelle des modernsten Schmutzwassersammlers Europas warf Ministerin Schulze Föcking einen kurzen Blick. Obwohl der in Dortmund beginnende Kanal am Klärwerk in Dinslaken endet, wird er aktuell entgegen der späteren Fließrichtung gebaut. Und noch eines ist in diesem Bauabschnitt anders: Anstelle von runden Kanalrohren in 40 Metern Tiefe entsteht der AKE hier als Doppelkastenprofil relativ oberflächennah.

Vollständig in Betrieb genommen werden sowohl der letzte Abschnitt des AKE sowie das umgestaltete Klärwerk Emschermündung nach derzeitiger Planung 2020/2021.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.