Lippe-Fähren: Per Muskelkraft über die Lippe

Lippe-Fähren bieten Radfahrern und Wanderern die Möglichkeit, einen einzigartigen Naturraum zu erleben. Mit der "Maifisch" wurde im Herbst 2015 in Haltern die Vierte in der neuen Generation der Personenfähren zu Wasser gelassen: "Baldur" in Dorsten hat im Mai 2005 den Anfang gemacht, es folgten in Wesel der "Quertreiber" und 2013 die "LUPIA" in Hamm-Oberwerries.

Saison von Ostern bis Oktober

Baldur, LUPIA und Maifisch betreibt der Lippeverband, der auch dafür sorgt, dass die Fähren rechtzeitig vor der Hochwassersaison aus dem Wasser kommen. Aus Sicherheitsgründen werden die Fährbereiche rund um die Uhr per Kamera überwacht. Die Benutzung ist kostenlos, einen "Fährmann" gibt es nicht. Dafür müssen die Nutzer selbst Hand anlegen: Die Schwimmkörper werden per Handkurbel am Drahtseil über die Lippe gezogen.

Benutzen kann man die Fähren zwischen Ostern und Oktober - anschließend werden sie dann ins Winterquartier verbracht. In dieser Zeit werden fällige Wartungs- und Reparaturarbeiten erledigt.

Namen mit Bezug zur Lippe

Baldur ist nach der gleichnamigen Zeche benannt, die es in den 1920er Jahren in Dorsten gab. Schon damals existierte eine Fährverbindung über die Lippe: Ein Fährmann ruderte vor und nach der Schicht Bergleute in einem Holzkahn über den Fluss.

Für die Halterner Lippe-Fähre haben der Lippeverband, die Stadt Haltern am See und der Heimatverein Flaesheim die Bevölkerung zu Namensvorschlägen aufgerufen. Aus vielen Einsendungen wurde am Ende der Name "Maifisch" ausgewählt, denn dieser hat einen besonderen Bezug zur Lippe. Der Maifisch war vor hundert Jahren im ganzen Rheinland weit verbreitet und als Speisefisch geschätzt.