ABWASSERREINIGUNG UND HOCHWASSERSCHUTZ

an der Lippe

Vor allem in den 90er Jahren haben wir hohe Investitionen für den Ausbau unserer Kläranlagen getätigt. Das erfreuliche Ergebnis ist eine deutlich verbesserte Wasserqualität. Seit 1990 ist auf der gesamten Lippestrecke die Gewässergüteklasse III (mäßig) verschwunden, erreicht wurden bereits damals durchgängig die Güteklassen II (gut) und II/III (befriedigend). Ende der 90er Jahre wurde im Unterlauf die für die gesamte Lippe als Flachlandfluss maximal erreichbare Klasse II verwirklicht.

Als Folge abnehmender Verschmutzung sind viele Kleinlebewesen und empfindliche Fischarten wie Meerforelle und Flussneunauge zurückgekehrt. Vereinzelt wurden sogar Lachse gefunden. Die Wasserqualität der Lippe und ihrer Nebenläufe wird durch automatische Kontrollstationen ständig überwacht.

Die größeren der 50 Kläranlagen im Lippeverbandsgebiet auf einen Blick:

Die Kläranlage Dorsten wurde bis zum Jahr 2000 auf eine Kapazität von 137.000 Einwohnerwerten erweitert. Geklärt werden die Abwässer aus Dorsten ohne Wulfen und Lembeck. Etwa 55 Prozent des Abwassers entstammen Haushalten, die restlichen 45 Prozent sind gewerbliche Abwässer.

Die Kläranlage Dülmen ist auf eine Kapazität von 55.000 Einwohnerwerten ausgelegt und umfasst die Einzugsgebiete Dülmen-Mitte, Dülmen-Merfeld sowie Dülmen-Hausdülmen. 90 Prozent des Abwassers entstammen Haushalten, die restlichen 10 Prozent sind gewerbliche Abwässer.

Die Kläranlage Hamm-West ist auf eine Kapazität von 252.000 Einwohnerwerten ausgelegt und umfasst die Einzugsgebiete Hamm-Mitte, Hamm-Bockum sowie Hamm-Herringen. 80 Prozent des Abwassers entstammen Haushalten, die restlichen 20 Prozent sind gewerbliche Abwässer.

Die Kläranlage Marl-West ist auf eine Kapazität von 64.000 Einwohnerwerten ausgelegt. Gemeinsam mit den Kläranlagen Marl-Ost, Marl-Lenkerbeck und Gelsenkirchen-Picksmühlenbach wird das Abwasser aus dem Stadtgebiet von Marl beseitigt. Zwei Drittel des Abwassers der Kläranlage Marl-West entstammen Haushalten, der Rest sind gewerbliche Abwässer.

Die Kläranlage Soest wurde auf eine Kapazität von 115.000 Einwohnerwerten erweitert. Geklärt werden nahezu die gesamten Abwässer aus Soest, hinzu kommen Zuleitungen aus den Gemeinden Möhnesee, Welver und Bad Sassendorf. Etwa 70 Prozent des Abwassers entstammen Haushalten, die restlichen 30 Prozent sind gewerbliche Abwässer.

Im Lippegebiet wird seit Jahrzehnten in großem Umfang Steinkohle-Bergbau betrieben. Dies führt zu mitunter starken Geländesenkungen, die auch die Lippe und ihr Umfeld betreffen. Daher haben wir in Senkungsbereichen teils hohe Deiche entlang des Flusses errichtet. Zum Hochwasserschutz gehört jedoch auch, einen Fluss kontrolliert ausufern zu lassen - dort wo Überschwemmungen kaum Schaden anrichten können, in Flussauen und auf Wiesen und Weiden. An vielen Stellen der Lippe dämpfen solche natürlichen Retentionsräume die Hochwasserspitzen und müssen erhalten bleiben.