FREIE BAHN FÜR FISCHE

Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts laichten Lachs und Flussneunauge in der Lippe. Durch Abgrabungen im Bett der Lippe entstanden mit neuen Stillgewässerzonen zusätzliche Lebensräume für Barsch, Brasse, Rotfeder, Aal und Rotauge. Das Fischartenspektrum in der Lippe hat sich jedoch durch die Verschlechterung der Gewässergüte im 20. Jahrhundert insgesamt verringert. Die ab 1992 durchgeführten umfangreichen Untersuchungen der Tier- und Pflanzenbestände zeigten, dass wertvolle und typische Auen- und Flusselemente nur noch in kleinen Restbeständen zu finden waren. Bei Beibehaltung der Situation hätte eine weitere Verarmung gedroht.

Zukünftig soll die Lippe die zentrale Ost-West Achse für den Biotopverbund in Nordrhein-Westfalen werden und damit eine entscheidende Rolle im Wanderfischprogramm des Landes NRW einnehmen. Auf Grundlage der Fischgewässerverordnung sowie europäischer Rechtsvorschriften wurden schutz- und verbesserungsbedürftige Fischgewässer ausgewiesen. Die eingeleiteten Maßnahmen, darunter nicht zuletzt das Lippeauenprogramm, haben bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Situation geführt. In den vergangenen Jahren konnten bereits wieder mehr als 30 Fischarten im Lippesystem nachgewiesen werden, darunter die in NRW sehr seltene Quappe, die Nase und der Steinbeißer. Zu den dominierenden Arten zählen Bachforelle, Äsche und Koppe.

Wichtig für die Zunahme der Fischpopulation und vor allem die Besiedelung weiterer naturnah umgebauter Gewässer ist die Durchgängigkeit für Fische und Wirbellose. Hier wurde bei den neun Wehrstandorten an der Lippe bereits viel erreicht. Ein Wehr wurde beseitigt, an vier Wehren wurden Fischauf- und Fischabstiegsanlagen gebaut. Die Herstellung der Durchgängigkeit an den vier übrigen Wehren ist in der Umsetzung oder zumindest in der Planung.