Der Umbau von Wasserläufen im Lippegebiet

Die Veränderung von Gewässersystemen durch ein schwerindustriell geprägtes Umfeld beschränkt sich nicht auf die Emscherregion. Auch in den nördlich anschließenden Gebieten – und damit im Zuständigkeitsbereich des LIPPEVERBANDES – finden sich zu offenen Abwasserläufen umgebaute Flüsse und Bäche. Die Seseke und einige weitere Zuläufe der Lippe konnten dabei, was ihre Nutzung als Abwasserlauf angeht, durchaus mit der Emscher verglichen werden.

Wie dort werden die Wasserläufe auch hier nach der Nordwanderung des Bergbaus aus ihrem Betonkorsett befreit. Das Abwasser fließt zukünftig durch unterirdisch geführte Kanalrohre, so dass Flüsse und Bäche wieder mit sauberem Wasser gespeist werden. Wo immer es möglich ist, erhalten die Gewässer Raum für eine naturnahe Entfaltung, so dass an ihren Ufern nicht nur wertvolle Biotope, sondern auch attraktive Freizeitareale entstehen. Vor allem in den städtisch geprägten Bereichen von Lippe und Seseke wird das Umbauprogramm also eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität und damit eine Aufwertung des Standorts bewirken.

In den letzten 25 Jahren haben wir mehr als 1,5 Mrd. Euro in den Ausbau unserer Kläranlagen, Abwasserkanäle und in die ökologische Entwicklung der Gewässer investiert. Die positiven Wirkungen zeigen sich nicht nur in einer erheblichen Verbesserung der Gewässergüte, sondern auch in der Aufwertung von Fluss und Aue und damit insgesamt in einer Revitalisierung einer Region, die über eine hohe landschaftliche, wasserwirtschaftliche und kulturelle Qualität verfügt.