Hamm: Brüggenkampstraße: Kanäle liegen bereits, Pumpwerk fast fertig gestellt

Hamm. Voll im Zeitplan und bereits weit fortgeschritten ist die Baumaßnahme des Lippeverbandes in der Brüggenkampstraße. Um den Herringer Bach künftig mit mehr sauberem Regenwasser zu versorgen, begann der Lippeverband im Juli 2016 mit der Verlegung von neuen Kanälen sowie der Errichtung eines neues Pumpwerkes. Während der Kanalbau mittlerweile fertig gestellt ist, steht beim Pumpwerk zumindest bereits das Gebäude. Aktuell wird noch die Maschinen- und Elektrotechnik eingebaut. Im November 2017 will die Bauabteilung des Lippeverbandes die neuen Anlagen dann an die hausinterne Betriebsabteilung übergeben. In das Projekt investiert der Lippeverband zirka 6,6 Millionen Euro.

„Sauberes Regenwasser gehört nicht in den Kanal, sondern ins Gewässer“, sagte Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, bereits beim ersten Spatenstich für die Maßnahme Anfang Juli 2016.

Das Vorhaben hat zum Ziel, Regenwasser und Abwasser voneinander zu trennen. Aktuell wird das Mischwasser (d.h.: Regenwasser und Abwasser) aus den Ortsteilen Pelkum und Wiescherhöfen über ein Pumpwerk des Lippeverbandes an der Weetfelder Straße und eine rund 300 Meter lange Druckrohrleitung in den Herringer Bach eingeleitet. Gleichzeitig wird das Poldergebiet mit den zulaufenden natürlichen Gräben über ein bereits in die Jahre gekommenes Pumpwerk der RAG entwässert.

Die sich aktuell auf der Zielgeraden befindende Baumaßnahme hat das Ziel, die Einleitung von Abwasser ins Gewässer zu stoppen. Gleichzeitig soll aber der Regenwasseranteil im Abwasserkanal minimiert werden – denn sauberes Regenwasser hat nichts im Schmutzwasserkanal zu suchen! Dazu werden die beiden angesprochenen Pumpwerke sowie die Druckrohrleitung aufgegeben. Anstelle dessen baute der Lippeverband in den vergangenen 14 Monaten ab der Weetfelder Straße einen neuen 300 Meter langen unterirdischen Abwasserkanal. Dafür wurde unterhalb des dortigen Waldstücks zur Schonung des Wurzelwerks ein Vortrieb in fünf Metern Tiefe in Richtung der Brüggenkampstraße durchgeführt. Von dort aus ging es schließlich weiter in Richtung Südosten, ebenfalls im unterirdischen Rohrvortrieb und in Tiefen bis zu 8 Metern.

Stauraumkanal

Münden tut der Kanal nun in einer sogenannten Regenwasserbehandlungsanlage – und diese funktioniert wie folgt: Bei starken Regenfällen wird das Mischwasser zunächst in einem großen Stauraum „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den unterirdischen „Abwasserkanal Herringer Bach“ transportiert werden.

Das oben schwimmende weitestgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe in das neu gebaute Regenrückhaltebecken überfließen. Dort wird es erneut zwischengespeichert und durch das Reinwasserpumpwerk  gedrosselt in den Wiescher Bach gehoben. Auf diese Weise werden die Kläranlagen des Lippeverbandes entlastet, da dort das saubere Regenwasser nicht noch einmal gereinigt werden muss. Ebenfalls entlastet werden die Abwasserkanäle. Besonders in Starkregenfällen verbessert sich dadurch auch das Hochwassermanagement des Lippeverbandes, da die Kanäle nicht so schnell volllaufen.

Um aber sowohl das Abwasser in den Abwasserkanal als auch das saubere Regenwasser ins Gewässer (bislang über das RAG-Pumpwerk) zu befördern, ist ein neues Pumpwerk notwendig – dieses stellt der Lippeverband wie erwähnt aktuell im Anschluss an den Stauraumkanal fertig. Es wird über Schmutz- und Reinwasserpumpen verfügen.

Über die endgültige Fertigstellung der Maßnahme an der Brüggenkampstraße und die Inbetriebnahme der neuen Betriebsanlagen wird der Lippeverband informieren.