Hamm: Bau des neuen Pumpwerks Hoppeistraße beginnt

Hamm. Nachdem der Lippeverband mit dem Bau des neuen Pumpwerks Bocksheideweg im Bereich Sundernwald bereits im November 2018 begonnen hat, startet jetzt auch die Baumaßnahme für das Pumpwerk Hoppeistraße. Ab dieser Woche beginnt bereits die Einrichtung der Baustelle.

Das neue kombinierte Schmutz- und Regenwasserpumpwerk ersetzt das alte Mischwasserpumpwerk Hoppeistraße. Wurde hier bislang Schmutz- und Regenwasser als Mischwasser zur Kläranlage geleitet, kann im neuen Pumpwerk beides getrennt behandelt werden. So „belastet“ das saubere Regenwasser nicht die Kläranlage. Das Pumpwerk optimiert die Gesamtabwassersituation des Einzugsbereichs Hoppeistraße.

Zu der Baumaßnahme gehören auch ein Kanalbau, der auf 300 Meter in offener Bauweise verlegt wird, der Bau eines Regenüberlaufs sowie der Bau von zwei Regenwasser- und zwei Schmutzwasserdruckrohrleitungen Richtung Hoppeibach und Herringer Bach. Die Bauzeit ist auf 18 Monate angesetzt. Im dritten Quartal 2020 sollen die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein. Die Baukosten belaufen sich – ohne Elektro- und Maschinentechnik – auf 5,3 Millionen Euro.

Arbeiten am Bocksheideweg laufen seit November
Die Arbeiten am Pumpwerk Bocksheidewege zwischen der Dresdener Straße und der Waldstraße kommen gut voran. Hier entstehen ein Stauraumkanal mit nachgeschaltetem Regenrückhaltebecken und Druckrohrleitungen, die vom neuen Pumpwerk bis zum Hochpunkt des Hoppeibachs führen. Das neue Pumpwerk ersetzt die beiden alten Pumpwerke Hoppeibach und Sundern. Die Arbeiten dauern voraussichtlich 24 Monate, also zirka bis Ende 2020. Die Baukosten für diese umfangreichen Arbeiten belaufen sich – ohne Maschinen- und Elektrotechnik – auf 13,6 Millionen Euro.

Baustellen-Infostunde ab Februar
Anwohner und Interessierte haben ab Februar die Möglichkeit, sich immer am letzten Donnerstag des Monats ab 16 Uhr bei einer „Baustellen-Infostunde“ im Baubüro an der Straße Bocksheide im Baustellencontainer zu informieren. Dort berichtet der Projektleiter dann über die aktuellen Ereignisse, wie Baufortschritt etc. und beantwortet offene Fragen.

Der Lippeverband bemüht sich, die Belastungen für Anlieger so gering wie möglich zu halten und bittet um Verständnis für kurzzeitige Einschränkungen.

Hintergrund:
Der Hoppeibach ist ein Nebenlauf des Herringer Bachs. Der Lippeverband ordnet hier die Abwasserableitung und Regenwasserbehandlung neu. Nördlich der Kamener Straße beginnt der neue Kanal des Lippeverbandes, der erste Teilbereich endet kurz vor der Straße Deutzholz. Hier hat der Lippeverband im November 2017 mit der Baumaßnahme begonnen. Mittlerweile liegen die ganzen 320 Meter des neuen Schmutzwassersammlers mit einem Innendurchmesser von 40 Zentimetern. Das Ende dieser Arbeiten war zunächst für Juli 2018 geplant, hier war das Wasserwirtschaftsunternehmen zwei Monate früher fertig und konnte sich dann im Bereich der Kamener Straße dem Bau eines neuen, viel größeren Stauraumkanals (Länge: 144 Meter, Innendurchmesser: 2,20 Meter) widmen. Dieser Stauraumkanal sorgt künftig für die Trennung von Regen- und Abwasser: Während das Regenwasser ins Gewässer eingeleitet wird, wird das Abwasser zur Kläranlage befördert. In diesen Bereich investierte der Lippeverband übrigens knapp 2,6 Millionen Euro.

Zwei Monate früher fertig als geplant war der Lippeverband auch im folgenden Bauabschnitt – ab der Ecke Hoppeibach/Deutzholz wurden ebenfalls seit November 2017 in Richtung der Fangstraße parallel zur Straße Deutzholz ein 750 Meter lange Abwasserkanal (Innendurchmesser: 80 Zentimeter) verlegt. Rund 2,7 Millionen Euro investierte der Lippeverband in diesem Bereich in die Abwasserfreiheit. In beiden Abschnitten kommt übrigens der sogenannte „halboffene Kanalbau“ zum Zuge! Insgesamt will der Lippeverband die Abwasserfreiheit im Hoppeibach bis Ende 2020 erreichen – danach schließt die Renaturierung des Gewässers an.

Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.

Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zurzeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.