Wesel: 13.000 junge Quappen für die Lippemündung

Wesel. Am kommenden Dienstag, 22. Mai, ist der „Internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt“. Passend dazu hat der Lippeverband in den vergangenen Tagen 13.000 junge Quappen in der Lippemündung in Wesel ausgesetzt. Mit der Aktion will der Lippeverband nicht nur das Quappen-Vorkommen in der Lippe erhöhen, sondern auch die Artenvielfalt im längsten Fluss Nordrhein-Westfalens erhalten: Die Quappe könnte nämlich der eingewanderten Schwarzmeergrundel den Garaus machen, die wiederum einheimischen Fischen das Leben im Fluss schwer macht.

Die Quappe (Foto: EGLV)

Die Quappe (Foto: EGLV)

Quappenbesatz-Aktion in der Lippe (Foto: EGLV)

Quappenbesatz-Aktion in der Lippe (Foto: EGLV)

Es ist nicht die erste Quappenbesatz-Aktion in der Lippe. Bereits im Jahr 2015 und den beiden Folgejahren hat der Lippeverband diese in Nordrhein-Westfalen sehr seltene Fischart in Abstimmung mit der zuständigen Behörde und den Fischereiverbänden erfolgreich besetzt.

Im Mai 2014 konnte der Lippeverband die neue Lippemündungsaue fertigstellen. Mittlerweile zeigt sich immer deutlicher, dass diese rund 2,5 Kilometer lange, naturnahe Flussstrecke inmitten der hundert Hektar großen Auenfläche ein Wegbereiter für die Erhaltung und Wiederansiedlung wichtiger Tier- und Pflanzenarten wird.

Warum ist die Quappe wichtig?
Die Quappe (lat. Lota Lota) ist ein Raubfisch, der für das biologische Gleichgewicht in Flüssen und Bächen eine wichtige Rolle spielt.

Entsprechend negativ hat sich der Rückgang dieser Fischart ausgewirkt. Bis in die 1960er-Jahre war die Quappe in NRW weit verbreitet. Weil diese Fische für ihre erfolgreiche Fortpflanzung in besonderem Maße auf Flachwasserzonen angewiesen sind, war der Rückgang der Art eine direkte Folge der Begradigung von Flüssen. Hinzu kam die zunehmende Verschmutzung der Gewässer bis in die 1970er-Jahre.

Wo kommen die Quappen her?
In der Lippe leben die letzten Quappen in NRW, auf rund 2000 Fische wird die Population im Ober- und Mittellauf geschätzt. Mit Hilfe von einigen Dutzend „Wildfängen“ aus der Lippe werden die Jungfischlarven mittlerweile gezüchtet. Der Ruhrverband als Projektpartner verfügt über eine Fischzuchtanlage, die in der Lage ist, jährlich eine siebenstellige Zahl von Brütlingen zu liefern.

Die Besatzaktionen, die bisher schwerpunktmäßig in der Lippeaue bei Hamm-Oberwerries und an der vom Lippeverband renaturierten Seseke stattfanden, zeigen dort bereits Wirkung: Bei Kontrollbefischungen konnten u.a. in der Seseke wieder Quappen nachgewiesen werden.

Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.

Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zur Zeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.