Sie befinden sich hier: Emschergenossenschaft



Neue Kläranlage: Arzneimittelrückstände aus dem Marienhospital sollen nicht mehr ins Abwasser gelangen

Der Startschuss für die weitergehende Kläranlage, die mit Membranfiltration, Ozonierung und Aktivkohlefilter arbeitet, erfolgte im November in Anwesenheit von NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg. Die Maßnahme ist ein wesentlicher Teil des EU-Projekts „PILLS“ (Pharmaceutical Input and Elimination from Local Sources). Die Federführung liegt bei der EMSCHERGENOSSENSCHAFT, es sind Kooperationspartner aus sechs europäischen Staaten beteiligt.

Über Spurenstoffe im Abwasser wird in der Öffentlichkeit viel diskutiert. Dort, wo diese Stoffe in hohen Dosen auftreten, sollte eine Zuleitung ins Abwasser vermieden werden. Hierzu können zum Beispiel Krankenhäuser gehören, deren Abwässer einen hohen Anteil von Arzneimittelrückständen und Röntgenkonstrastmitteln enthalten.

Um die Wirksamkeit und Effektivität einer dezentralen Behandlung von Krankenhausabwasser zur gezielten Spurenstoffelimination bewerten zu können, wird derzeit unter der Federführung der EMSCHERGENOSSENSCHAFT in Gelsenkirchen das EU-Projekt PILLS durchgeführt, bei dem erstmalig eine dezentrale Behandlungsanlage an Krankenhäusern großtechnisch umsetzt wird. Mit dem Bau der PILLS-Kläranlage erprobt die EMSCHERGENOSSENSCHAFT neue Verfahrensweisen in der Klärtechnik.

Die künftige PILLS-Kläranlage arbeitet in drei Stufen, bis das Wasser gereinigt wieder austreten kann. In der ersten Phase kommt eine biologische Membranfiltration zur Verwendung, bei der das Abwasser von organischen Stoffen befreit wird. Das nun fast schon klare Wasser wird in der zweiten Stufe mit Ozon behandelt. Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel, das bestehende Spurenstoffe gezielt aufbricht. Um sicherzustellen, dass keine Medikamentenrückstände im Abwasser verbleiben, erfolgt in der dritten Phase der Klärung eine so genannte Aktivkohlefiltration.

Zur Homepage

Mehr zum Thema

Verminderung der Wasserbelastung durch Arzneimittelrückstände

Immer häufiger werden in Oberflächengewässern und Trinkwasser Arzneimittelrückstände nachgewiesen. Der Grund hierfür ist  nicht ausschließlich eine wachsende Wasserbelastung durch Arzneien, sondern eine immer leistungsfähigere Analysetechnik. Diese hat dazu geführt, dass heute Stoffe bereits in sehr viel niedrigeren Kon-zentrationen im Wasser bestimmt werden können als noch vor einigen Jahren.

Lesen Sie mehr

Mehr zum Thema

PILLS

PILLS ist ein EU-Projekt, bei dem das Erforschen von Lösungen für pharmazeutisch verunreinigtes Abwasser an hoch konzentrierten Punktquellen im Mittelpunkt steht. Detaillierte Informationen zum Projekt finden Sie im Internet.

Zur Website