Recklinghausen: Hellbach-Umbau erreicht allmählich die Zielgerade

Recklinghausen. Der Umbau des Hellbach-Systems erreicht allmählich die Zielgerade – in Kürze startet die Emschergenossenschaft die letzten beiden Baumaßnahmen am Hellbach. Somit laufen dann fünf Baumaßnahmen gleichzeitig. Bei gutem Projektverlauf kann der Hellbach-Umbau Mitte 2019 abgeschlossen werden.

Hellbach-Renaturierung: Mit einem Bagger werden die Betonsohlschalen aus dem Gewässer entfernt (Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft)

Hellbach-Renaturierung: Mit einem Bagger werden die Betonsohlschalen aus dem Gewässer entfernt (Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft)

In Kürze soll zunächst der Bau eines neuen Regenklär- und Regenrückhaltebeckens im Bereich der Straße Am Sandershof erfolgen. Mit den Becken wird der ordnungsgemäße Anschluss der im Jahr 2015 gebauten Regenwasserkanäle an den Hellbach hergestellt. Die Becken werden Regenwasser aus dem Innenstadtbereich und nordöstlichen Stadtteilen zwischenspeichern und sollen den neu gestalteten Hellbach vor Verschmutzung und Erosion schützen.

Straßenwiederherstellung
Mit Abschluss der Baumaßnahme erfolgt die Wiederherstellung der Straße Am Sandershof. Die Straße ist für die Dauer der Baumaßnahme im Abschnitt zwischen Kreishandwerkerschaft und dem Entlastungsgraben für den Kraftverkehr gesperrt. Die Maßnahme soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Umbau des Pumpwerks
Zeitgleich soll der Umbau des Pumpwerks Reitwinkel in Recklinghausen Süd erfolgen. Im Rahmen der Arbeiten wird das Auslaufbauwerk umgebaut, um den Anschluss der Anlage an den neu gestalteten Hellbach zu ermöglichen. Weiterhin werden Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit des Pumpwerks umgesetzt, das durch den bereits abgeschlossenen Bau der Abwasserkanäle nicht mehr ständig, sondern nur noch im Starkregenfall pumpen muss. Die Maßnahme erfolgt zeitlich parallel zur ökologischen Verbesserung zwischen der Autobahn A2 und der Dunantstraße.

Die Emschergenossenschaft und die Stadt Recklinghausen bedanken sich für das Verständnis für die Unannehmlichkeiten während der Bauphase.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.