Bottrop: Windrad an der Emscher hat wieder alle „Flügel“ am Mast

Bottrop. Die Emschergenossenschaft hat am Donnerstag die neuen Rotorblätter ihrer Windenergieanlage an der Emscher in Bottrop anbringen lassen. Die alten Flügel waren aufgrund eines Schadens am Wochenende abmontiert worden.

Foto: 23-BG / Emschergenossenschaft

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In Kürze wird die Emschergenossenschaft die Wiederinbetriebnahme-Phase für das Windrad in die Wege leiten. Dann soll wieder Strom für die benachbarte Kläranlage der Emschergenossenschaft produziert werden.

Bis zur Außerbetriebnahme hatte die Windenergieanlage rund 5 Millionen Kilowattstunden Strom produziert – das entspricht einer CO2-Ersparnis von 2500 Tonnen!

Durch den schadensbedingten Ausfall von knapp sechs Monaten sind leider knapp 2,5 Millionen Kilowattstunden an Strom entgangen.

Der Standort der Windenergieanlage befindet sich südlich der Emscher in einem sanierten Teilbereich eines ehemaligen Klärschlammbeckens. Die Anlage hat eine Turmhöhe von rund 100 Meter und einen Rotordurchmesser von rund 120 Meter. Der Generator hat eine Leistung von zirka 3000 kW. Der durch die Anlage erzeugte Strom wird vollständig über eine rund 450 Meter lange Kabeltrasse in das interne Netz der Kläranlage in der Welheimer Mark geleitet.

Das Ziel der Emschergenossenschaft ist, die Kläranlage in einigen Jahren weitestgehend energieautark zu gestalten. Aktuell werden infolge der Klärschlammverwertung im Rahmen der Abwasserreinigung mehr als 60 Prozent der benötigten Energie selbst erzeugt.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.