Bottrop: Windenergieanlage an der Emscher erhält neue Rotorblätter

Bottrop. Die Emschergenossenschaft tauscht in dieser Woche die Rotorblätter ihrer Windenergieanlage am Sturmshof aus. Die alten „Flügel“ sind am Wochenende bereits abgenommen worden.

Austausch der Rotorblätter der Windenergieanlage am Sturmshof. Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft

Austausch der Rotorblätter der Windenergieanlage am Sturmshof. Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft

Die Aktion hat Gründe: Nach der Inbetriebnahme der Anlage im April 2016 hat die Emschergenossenschaft eine Reihe von regulären Wartungen durchgeführt. Bei einer dieser Wartungen war ein Schaden an einem der Rotorblätter aufgefallen. Es hat sich in der Folge herausgestellt, dass das Material nicht die Qualität besaß, die bestellt wurde. Eine Gefahr bestand nicht, keines der Rotorblätter wäre abgefallen!

Im Sinne des Gewährleistungsanspruchs lässt die Emschergenossenschaft nun die Rotorblätter austauschen. Der erste Schritt ist getan, die schadhaften Rotorblätter sind abmontiert worden. Für den zweiten Schritt, die Montage der neuen Flügel, benötigen die Flussmanager (aus verständlichen Gründen) Windstille. Laut Wetterbericht soll es am Donnerstag soweit sein…

Zum Hintergrund
Weswegen ein Wasserwirtschaftsverband überhaupt ein Windrad betreibt? Nun, die Windenergieanlage ist Teil des Gesamtpakets Hybridkraftwerk Emscher, mit dem die Emschergenossenschaft ihr Klärwerk in Bottrop weitestgehend energieautark gestalten will – und zwar mit Hilfe mehrerer erneuerbarer Energien. Dabei handelt es sich um:
– eine Windenergieanlage mit 3,1 MW Leistung (im April 2016 eingeweiht, aktuell in der Wartung)
– vier neue Blockheizkraftwerk-Module mit jeweils etwa 1,2 MW Leistung (im Februar 2017 in Betrieb genommen)
– eine Photovoltaikanlage auf einer Dachfläche von ca. 500 m² (ebenfalls im Februar 2017 aktuell in Betrieb genommen)
– eine Wasserkraftschnecke im Ablauf der Kläranlage mit ca. 80 kW Leistung (noch in Planung)
– eine neue Dampfturbine mit mindestens 4 MW Leistung (im Dezember 2017 umgesetzt).

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.