Essen: Pausmühlenbach in Dellwig: Emschergenossenschaft baut neuen Stauraumkanal

Essen. Die Emschergenossenschaft beginnt Mitte der kommenden Woche, ab dem 8. November, mit dem Bau der neuen Regenwasserbehandlungsanlage am Pausmühlenbach in Dellwig. Gemeinsam mit dem Kanalneubau der Stadtwerke Essen werden so die Voraussetzungen für die Abwasserfreiheit der Gewässer Pausmühlenbach und Barchembach geschaffen.

Karten-Grafik der Maßnahme (Quelle: Emschergenossenschaft)

Karten-Grafik der Maßnahme (Quelle: Emschergenossenschaft)

Der Bauabschnitt der Emschergenossenschaft beginnt nördlich der Straße Klaumerbruch mit dem Bau eines Schachtes in der Kleingartenanlage Klaumerbruch in Essen-Dellwig. Ein groß dimensionierter Kanal (Innendurchmesser: 2,80 Meter) wird im Vortriebsverfahren in nördlicher Richtung bis zum Standort des ehemaligen Pumpwerks Pausmühlenbach gepresst. An dieser Stelle entsteht ein Entlastungsbauwerk, über das bei starken Regenereignissen „nicht-klärpflichtiges“ Wasser aus der Kanalisation aus dem Stauraumkanal in den Pausmühlenbach abgeschlagen wird.

Ein Stauraumkanal dient der Trennung von sauberem Regenwasser von schmutzigem Abwasser. In der Anlage wird bei starken Regenfällen das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den Abwasserkanal transportiert werden.

Entlastung für Kläranlagen
Das oben schwimmende weitestgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine sogenannte Entlastungsschwelle ins Gewässer „schwappen“. Auf diese Weise erhalten die Emscher-Gewässer weitestgehend sauberes Wasser, während die Abwasserkanäle und insbesondere die Kläranlagen entlastet werden.

Hinter dem Entlastungsbauwerk „verjüngt“ sich der Kanal auf einen Durchmesser von 1,60 Meter. Er wird in großer Tiefenlage unter dem Rhein-Herne-Kanal und der Emscher bis zum Umspannwerk Büscherhof auf Oberhausener Stadtgebiet gepresst. Dort ist ein sogenannter Richtungsänderungsschacht geplant, bevor der Kanal die Autobahn A 42 kreuzt und in den bereits fertig gestellten Abwasserkanal Emscher mündet.

Die Baumaßnahme der Emschergenossenschaft dauert zirka zwei Jahre. Die vorlaufenden Kampfmitteluntersuchungen wurden bereits durchgeführt. Alle Arbeiten in der Straße Klaumerbruch und südlich davon sind Baumaßnahmen der Stadtwerke Essen. Aus Synergiegründen werden diese in Kooperation durchgeführt.

Hinweis:
Auf Essener Stadtgebiet gibt es zwei Gewässer mit dem Namen Pausmühlenbach: der eine im Bereich Klaumerbruch mündet direkt in die Emscher, der andere im Bereich der Levinstraße mündet zunächst in die Berne. Bei der hier beschriebenen Maßnahme handelt es sich um den Pausmühlenbach, der in die Emscher mündet.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.

Karten-Grafik der Maßnahme