Bottrop: Großer Zulauf beim Maus-Türöffner-Tag auf der Kläranlage Bottrop

Bottrop. Beim diesjährigen Maus-Türöffner-Tag kooperierte der WDR mit dem Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU). Zahlreiche Betriebe öffneten ihre Pforten und gewährten Einblicke hinter ihre Kulissen. Auch die Emschergenossenschaft hat als Mitglied des VKU mitgemacht – und die Resonanz war überwältigend: Alle vier Führungen über die Emscher-Kläranlage in der Welheimer Mark in Bottrop waren ausgebucht! Insgesamt mehr als 120 Besucher nahmen an den Rundgängen über die Betriebsanlage der Emschergenossenschaft teil.

Den zahlreichen Besuchern präsentierte die Emschergenossenschaft mittels Wasserproben anschaulich die Reinigungsleistung der Bottroper Kläranlage (Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft).

Den zahlreichen Besuchern präsentierte die Emschergenossenschaft mittels Wasserproben anschaulich die Reinigungsleistung der Bottroper Kläranlage (Foto: Rupert Oberhäuser / Emschergenossenschaft).

Dr. Torsten Frehmann, Betriebsmanager Mittlere Emscher, und Betriebsingenieur Manfred Rüter führten die Besucher über eines der größten und modernsten Klärwerke Deutschlands. Die Gäste, darunter sehr viele Kinder, lernten alles über den Weg des (Ab-)Wassers: vom Einlauf von der Emscher in die Kläranlage über die ersten Reinigungsstufen (Rechen, Sandfang, Vorklärung) bis hin zur biologischen Reinigung und Nachklärung.

Auch die Klärschlammverwertung kam nicht zu kurz, denn das vermeintliche Abfallprodukt der Abwasserreinigung wird in den vier markanten Fauleiern der Kläranlage behandelt und dient als wertvoller Energielieferant. Das dadurch gewonnene Faulgas kann für den Betrieb der Kläranlage verstromt werden, im Zuge der Klärschlammverbrennung wird anschließend Wärme gewonnen, die ebenfalls zum Heizen der Anlage verwendet wird.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgungund -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.