Dortmund: Phoenix See: Analyse identifizierte 236 Fische aus sechs Arten

Dortmund. Die Emschergenossenschaft hat im Auftrag und in Abstimmung mit der Stadt Dortmund eine Untersuchung des Fischbestands im Phoenix See durchführen lassen, deren zugehöriger Bericht nun vorliegt. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Insgesamt wurden 236 Fische aus sechs Arten sowie eine Wollhandkrabbe gefangen. Alle Fische wiesen einen sehr guten Ernährungs- und Gesundheitszustand auf, was auch an ihrem, mehrheitlich überdurchschnittlich gutem Längenwachstum zu erkennen war.

Foto des Fischbesatzes (Foto: Markus Greulich / Emschergenossenschaft)

Foto des Fischbesatzes (Foto: Markus Greulich / Emschergenossenschaft)

Die Flutung des Phoenix Sees begann im Oktober 2010 und war im Mai 2011 abgeschlossen. In den Jahren 2013 bis 2015 wurden im erstmals und gezielt Fische ausgesetzt. Um die Entwicklung der Fisch- und Krebsfauna und damit den Erfolg der Ansiedlung zu überprüfen, erfolgte im Sommer 2016 die Fischbestandsuntersuchung. Hierbei wurden der gesamte See mit einem Methodenmix aus Kiemennetz-, Reusen- und Elektrofischerei beprobt.

Insgesamt wurden 236 Fische aus sechs Arten sowie eine Wollhandkrabbe gefangen. Hierbei hatte der Flussbarsch mit 158 Individuen den mit Abstand größten Anteil. Als zweithäufigste Art ist die Rotfeder zu nennen. Von ihr wurden 55 Exemplare gefangen. Hechte waren mit 17 Exemplaren ebenfalls häufig am Fang vertreten. Die übrigen Arten wurden mit deutlich geringeren Anteilen nachgewiesen. So wurden drei Schleien, zwei Moderlieschen und ein Rotauge erfasst.

Bei der Beprobung wurde in den Uferzonen des Sees eine Biomasse von 28,93 kg Fisch je Hektar ermittelt. Geht man von einer weitestgehend homogenen Fischverteilung über die Wasserfläche aus, so beläuft sich die Fischbiomasse im Phoenix See auf knapp 700 kg. Die Individuenzahl je Quadratmeter Netzfläche betrug 0,29.

Für die gezielt besetzten Arten Hecht, Rotfeder und Schleie wurde der Nachweis inklusive ihrer Reproduktion und somit für ihre erfolgreiche Etablierung im Phoenix See erbracht. Flussbarsche wurden nicht eingesetzt. Ihre Etablierung inklusive Reproduktion konnte aber bestätigt werden. Das Vorkommen der Flussbarsche, wie auch das von Rotaugen wird zum jetzigen Zeitpunkt als unkritisch angesehen. Die Arten sind Bestandteil der heimischen Fischfauna.

Rotaugen und Moderlieschen wurden ebenfalls nicht gezielt in den See eingesetzt. Da von den Arten nur ein bzw. zwei Exemplare gefangen wurden, Eintragspfad und Zeitpunkt des Besatzes unbekannt sind, stehen hier die Reproduktionsnachweise aus. Die Arten Flussbarsch, Moderlieschen und Rotauge gelangten wohl über illegalen Besatz oder auf natürlichem Wege (Verbreitung von Laich durch Wassergeflügel) in den See. Die positive Entwicklung des Moderlieschenbestandes ist aus fischökologischer Sicht zu begrüßen.

Stadt Dortmund und Emschergenossenschaft weisen an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass nicht zuletzt zum Wohle der sensiblen Gewässerökologie privates Fischen im Phoenix See untersagt ist.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.