Essen: Initiative „Essen macht´s klar“ informiert auf dem Feierabendmarkt

Essen. „Essen macht`s klar“ klärt die Bevölkerung über die richtige Entsorgung von alten Arzneimitteln über den Hausmüll auf. Einen Aufhänger bietet die Diskussionsveranstaltung „Meine Flüsse“ am kommenden Donnerstag, 13. Juli, 19 bis 21 Uhr, in der Essener Kreuzeskirche im Rahmen von „Grüne Hauptstadt Europas“. Im Vorfeld dazu stellt sich die Initiative „Essen macht´s klar“ ab 16 Uhr auf dem Feierabendmarkt am Weberplatz vor. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich dann über das Projekt informieren. Denn noch immer entsorgen zu viele Menschen Medikamente über Toilette oder Spüle, so dass diese über die Kanalisation in den Kläranlagen landen. Selbst in modernen Großkläranlagen können diese Medikamentenrückstände nur teilweise herausgefiltert werden.

Die Vorstände der Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Ruhrverband, Dr. Uli Paetzel und Prof. Dr. Norbert Jardin, sprechen auf dem Podium von „Meine Flüsse“ mit Moderator Sven Plöger u. a. über die unterschiedlichen Aufgaben der Flüsse Emscher und Ruhr im Spannungsbogen von Abwasserentsorgung und Trinkwasserversorgung. Auch das gemeinsame Projekt „Essen macht´s klar“ wird dann zur Sprache kommen. Mitte Juni zum ersten Mal vor Fachpublikum präsentiert, soll das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt Essens Bevölkerung hinsichtlich eines sorgsamen Medikamentenumgangs sensibilisieren. Bereits ab 16 Uhr wird auf dem „Feierabendmarkt“ am Weberplatz – direkt neben der Kreuzeskirche – über die gerade gestartete Kampagne informiert.

Das Problem: Wenn auch nur in geringsten Konzentrationen, können derzeit rund 150 Arzneimittelwirkstoffe in bundesdeutschen Gewässern nachgewiesen werden. Wie genau sich diese Arzneimittelrückstände auf die aquatische Fauna und Flora auswirken, lässt sich aktuell noch nicht mit Sicherheit sagen. Klar ist jedoch, dass einige Lebewesen im Wasser empfindlich auf bestimmte Wirkstoffe reagieren. Vor diesem Hintergrund startete Mitte Juni „Essen macht´s klar – Weniger Medikamente im Abwasser“, um die Bevölkerung, aber auch weitere relevante Akteure wie Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker für die Minderung von Medikamentenrückständen im Wasserkreislauf zu sensibilisieren. Denn immer noch entsorgen zu viele Menschen, oftmals aus Unwissen, Altmedikamente über Toilette oder Spüle, so dass diese über die Kanalisation in den Kläranlagen landen. Dabei gehören abgelaufene Arzneimittel in den Hausmüll! Die Aktion soll gleichzeitig für einen reduzierten Verbrauch von Medikamenten bzw. Einsatz von umweltfreundlichen Alternativen sensibilisieren.

Weitere Informationen unter www.machts-klar.de

Hintergrund:
Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und die beiden Vorstände von Ruhrverband und Emschergenossenschaft, Prof. Dr. Norbert Jardin und Dr. Uli Paetzel, sind Schirmherren für dieses vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium zu 80 Prozent geförderten Projektes. „Essen macht´s klar“ ist ein gemeinsames Projekt von Emschergenossenschaft, Ruhrverband und der Stadt Essen, angelegt auf zwei Jahre.

Ein ähnliches Projekt mit breitgefächerter Öffentlichkeitsarbeit wurde 2013 bis 2015 bereits in der Stadt Dülmen durchgeführt (www.dsads). Für Großstädte wie Essen liegen jedoch noch keine Erfahrungen zu Sensibilisierungsmaßnahmen der breiten Bevölkerung vor. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung („älter werdende Bevölkerung“) ist mit steigenden Arzneimitteleinträgen in Deutschlands Gewässern zu rechnen. Neben der weitergehenden Behandlung von Abwässern in den Kläranlagen (Stichwort „Erprobung der vierten Reinigungsstufe“) und der Trinkwasserproduktion kommt auch dem menschlichen Eintragsweg große Bedeutung zu: Die Bevölkerung kann selbst dazu beitragen, möglichst wenig Medikamentenrückstände im Gewässer ankommen zu lassen.

Das Ziel von „Essen macht’s klar“ ist letztlich: Spurenstoffe werden im Abwasser am besten vermieden, indem sie erst gar nicht den Weg ins Wasser finden!

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher und ihrer Nebenläufe, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden.

Der Ruhrverband
Der Ruhrverband ist verantwortlicher Träger der umfassenden Wasserwirtschaft im gesamten Flussgebiet der Ruhr mit einem System von Talsperren zur Bewirtschaftung der Wassermengen für rund 4,6 Millionen Menschen und einem flächendeckenden Netzwerk von Abwasserbehandlungsanlagen und Ruhrstauseen zur Reinhaltung der Gewässer für 60 Kommunen.

Über Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017
Am 18. Juni 2015 hat die Europäische Kommission der Stadt Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ verliehen. Mit dem Titel wird eine europäische Stadt ausgezeichnet, die nachweislich hohe Umweltstandards erreicht hat und fortlaufend ehrgeizige Ziele für die weitere Verbesserung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung verfolgt. Essen ist die grünste Stadt in Nordrhein-Westfalen und drittgrünste in ganz Deutschland. Im „Grüne Hauptstadt“-Jahr werden zahlreiche Veranstaltungen, Kongresse und Bürgerprojekte stattfinden, um nachhaltige Prozesse und Entwicklungen anzustoßen, die dauerhaft die Lebensqualität der Stadt Essen sichern und verbessern. Dabei ist die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger von entscheidender Bedeutung. Die Stadt Essen, die als einzige europäische Stadt die Titel Kulturhauptstadt (2010) und Grüne Hauptstadt Europas trägt, startet 2017 in eine Grüne Dekade: Der Emscher-Umbau wird 2020 abgeschlossen sein, im Jahr 2022 findet die Ergebnispräsentation der KlimaExpo.NRW statt und im vergangenen Dezember erhielt die Region den Zuschlag für die Internationale Gartenausstellung 2027.