Nachhaltige Entwicklung: Emschergenossenschaft erhält Auszeichnung von der Unesco

Eine große Ehre für die gesamte Region: Die Emschergenossenschaft wurde am Mittwoch (28.11.) als Netzwerk „Das Neue Emscher-Tal“ für „herausragende Arbeit zur strukturellen Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland“ ausgezeichnet. Die entsprechende Würdigung erfolgte in Bonn durch die Unesco und das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Unesco-Weltaktionsprogramms.

Foto v.l.n.r.: die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) Prof. Dr. Maria Böhmer, Kai Kolodziej von der Emschergenossenschaft und Staatssekretär Christian Luft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Quelle: DUK/Thomas Müller)

Foto v.l.n.r.: die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) Prof. Dr. Maria Böhmer, Kai Kolodziej von der Emschergenossenschaft und Staatssekretär Christian Luft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Quelle: DUK/Thomas Müller)

„Uns freut diese Auszeichnung sehr, denn sie ist eine Bestätigung für unsere nachhaltige Arbeit und für die Vermittlung von Wissen, die wir bei der Emschergenossenschaft gemeinsam mit unseren zahlreichen Partnern durchführen“, sagt Kai Kolodziej von der Emschergenossenschaft, der die Auszeichnung in Bonn entgegennahm.

Überreicht wurde sie von Staatssekretär Christian Luft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) Prof. Dr. Maria Böhmer. Das Weltaktionsprogramm ist nach der UN-Dekade (2004-2014), bei der die Emschergenossenschaft ebenfalls bereits ausgezeichnet wurde, eine nachfolgende Auszeichnung, um Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland weiter voranzubringen.

Eine Schule, die eine Regenwassernutzungsanlage einsetzt. Globale Lernpartnerschaften, in denen Berufsschüler etwas über nachhaltiges Wirtschaften lernen. Eine Gemeinde, die sich für Bildung, Ressourcenschonung, Klimaschutz und Mobilität in ihrer Region stark macht – gute Bildungsbeispiele für nachhaltige Entwicklung in der Praxis sind zahlreich. Die Emschergenossenschaft wurde nun für ihre im Rahmen des Emscher-Umbaus initiierten Bildungsprojekte und das Engagement im Bereich des nachhaltigen Handelns prämiert. Während der Auszeichnungsveranstaltung in Bonn haben Staatssekretär Luft und Prof. Maria Böhmer die gesellschaftliche Bedeutung nachhaltig wirkender Projekte angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen hervorgehoben. In Bezug auf die Arbeit der Emschergenossenschaft hat die Jury insbesondere den partizipativen Gedanken gelobt.

Das komplette Statement der Jury zur Auszeichnung der Emschergenossenschaft:
„Das große Netzwerk im Emscher-Lippe-Gebiet (mit ca. 15 Netzwerkpartnern) ist durch die Einbindung in die Emschergenossenschaft stark institutionalisiert und insofern wirkmächtig. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Themenfeldern Wasser und Nachhaltigkeit. So werden der Umbau der Gewässer und die Ausgestaltung des Neuen Emscher-Tals bis hin zur Quartiersentwicklung als Gemeinschaftsprojekt verstanden. Der starke partizipative Ansatz bei den Netzwerkpartnern und die aktive Einbindung der Bürgerschaft in die Planung der wasserwirtschaftlichen Maßnahmen hat die Jury besonders beeindruckt.“

BNE strukturell in der Bildungslandschaft verankert
Seit 2016 zeichnen das BMBF und die DUK im Rahmen der nationalen Umsetzung des Unesco-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) einmal im Jahr Bildungsinitiativen aus. Die Auswahl trifft eine Jury bestehend aus Mitgliedern der Nationalen Plattform „BNE“ sowie Vertretern des BMBF, der Freien Universität Berlin und der DUK.

Hintergrund:
Nachhaltige Entwicklung bedeutet Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen und dem Unesco-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015–2019) ist die Umsetzung von BNE als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. Deutschland beteiligt sich mit dem „Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,38 Milliarden Euro investiert werden.