Gelsenkirchen: Stauraumkanal trennt Regen von schmutzigem Wasser

Gelsenkirchen. Die Emschergenossenschaft plant am Schwarzbach und am Wattenscheider Bach den Neubau der Regenwasserbehandlungsanlage Gelsenkirchen-Junkerweg einschließlich der Abwasserkanäle am Schwarzbach (Länge: 730 Meter) und am Wattenscheider Bach (Länge: 1,35 Kilometer). Baubeginn ist voraussichtlich ab dem 19. November.

Die Regenwasserbehandlungsanlage inkl. Ausleitstrecke in den Schwarzbach entsteht direkt gegenüber des Hauses Leithe. Verlegt werden unterirdische Kanalrohrgrößen. Auf einer Länge von 650 Metern werden Rohre mit Innendurchmessern zwischen 1,60 und 1,80 Meter unterirdisch vorgetrieben. Zwischen 60 Zentimeter und 1,20 Meter groß sind die Elemente, die auf einer Länge von 1300 Metern verlegt werden – ebenfalls im unterirdischen Vortriebsverfahren.

Offen verlegt werden dagegen auf einer Strecke von 100 Metern Kanalrohre mit Innendurchmessern zwischen 30 und 50 Zentimeter.

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich zwei Jahre, die Emschergenossenschaft investiert rund 22 Millionen Euro in den Bau der neuen Abwasserkanäle. Im Rahmen des Generationenprojekts Emscher-Umbau sind sie ein wesentlicher Bestandteil der späteren Renaturierung der Gewässer. Die Emschergenossenschaft bittet um Verständnis bei etwaigen Lärmbelästigungen durch die Bauarbeiten.

Funktion des Stauraumkanals
Eine Regenwasserbehandlungsanlage dient der Trennung von sauberem Regenwasser von schmutzigem Abwasser. Im Stauraumkanal wird bei starken Niederschlägen das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den Abwasserkanal und anschließend zur Kläranlage transportiert werden.

Das oben schwimmende, weitestgehend saubere und nichtklärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine sogenannte Entlastungsschwelle ins Gewässer „schwappen“.

Ökonomisch und ökologisch äußerst sinnvoll
Mit Hilfe der Stauraumkanäle und Regenwasserbehandlungsanlagen erhalten die Gewässer also weitestgehend sauberes Wasser, während die Abwasserkanäle und insbesondere die Kläranlagen entlastet werden. Das ist nicht nur ökologisch äußerst sinnvoll, sondern auch ökonomisch – denn die Abwasserkanäle müssen nicht durchgängig übergroß dimensioniert werden, was die Baukosten erheblich senkt! Zudem gehört sauberes Regenwasser ins Gewässer und nicht in die Kläranlage, wo es unnötigerweise noch einmal für viel Geld gereinigt würde.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden.