Dinslaken: UNESCO-Schüler lernen an der Emscher

Dinslaken. Die Emschergenossenschaft startete in dieser Woche ihre fünfte UNESCO-Schülerfachtagung. Insgesamt drei Tage lang lernen rund 80 SchülerInnen und LehrerInnen aus ganz NRW unter dem Motto „Lebenselixier Wasser – Ressource nutzen, Zukunft gestalten“ in verschiedenen Workshops Spannendes über die Emscherregion. Eine Station ist am Dienstag das Technikum der Kläranlage Emschermündung. Mit dabei sind drei Schulen aus dem näheren Umfeld: aus Duisburg, Recklinghausen und Dortmund.

Bilder von den Workshops (Quelle: EGLV)

Bilder von den Workshops (Quelle: EGLV)

2014 fand, angelehnt an die bundesweite Fachtagung der UNESCO-Projektschulen im Ruhrgebiet, die erste UNESCO-Schülerfachtagung statt. Aufgrund des positiven Echos der SchülerInnen und Lehrkräfte geht die Schülerfachtagung momentan in die fünfte Runde.

In diesen drei Tagen erfahren die 80 SchülerInnen und Lehrkräfte in spannenden Workshops alles zur Bedeutung von „blauen Infrastrukturen“ für die Gesundheit der Menschen. Ziel ist, ihnen die vielen Facetten des Themas näherzubringen und ihre Multiplikatorenwirkung für die Thematik zu stärken. Unter den acht teilnehmenden Schulen sind drei aus dem näheren Umfeld: Aus Duisburg nimmt die Theodor-König-Gesamtschule teil, aus Recklinghausen ist die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule dabei und aus Dortmund die Gesamtschule Scharnhorst.

Fünf Workshops in drei Tagen
Aufgeteilt in Kleingruppen erkunden die TeilnehmerInnen das Emschergebiet: Auf der Kläranlage-Emschermündung (auf der Stadtgrenze Duisburg, Oberhausen, Dinslaken) erfahren die SchülerInnen im Workshop „Klares Wasser – sonst nichts?“ alles rund um Spurenstoffe im Abwasser: Nach einem Vortrag von Stefan Stegemann, Betriebsleiter der Emschergenossenschaft auf der Anlage, und einer Führung über die Kläranlage dürfen die SchülerInnen sogar selbst experimentieren – durch einen spannenden Versuch erfahren sie, was hinter der vierten Reinigungsstufe steckt, welche die Emschergenossenschaft u. a. im Technikum erforscht. Das Technikum ist eine gesonderte Versuchs-Kläranlage mit einer Kapazität von 1.000 Einwohnerwerten.

Weitere Workshops zielen auf das Erstellen von Fotos, Videos, Audio-Mitschnitte und Texten zur Bedeutung von blauer Infrastruktur für die Menschen: Am Läppkes Mühlenbach, welcher derzeit in Oberhausen von einem Abwasserlauf zu einem naturnah gestalteten Gewässer umgebaut wird, findet etwa ein Fotografie-Workshop statt.

Am 2014 fertiggestellten Niederfeldsee in Essen-Altendorf lernen die TeilnehmerInnen alles rund um das Schreiben und im Mehrgenerationenquartier „Johanniskirchgärten“ in Altenessen gibt es einen Hörspielworkshop. Im letzten Workshop geht es darum, einen 30-Sekunden-Clip zu erstellen, welcher im Kino „Lichtburg“ in Essen gezeigt werden soll.

Abgerundet wird die Schülerfachtagung am Mittwoch mit einer Präsentation der Workshop-Ergebnisse.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.