Dinslaken: Emschermündung: Neue Brücke Hagelstraße wird am Mittwoch freigegeben

Dinslaken. Gut voran schreiten die Arbeiten der Emschergenossenschaft an der neuen Brücke Hagelstraße unmittelbar vor der Emschermündung in den Rhein. Die Emschergenossenschaft wird das neue Bauwerk am Nachmittag des Mittwochs, 13. Juni, für den Verkehr freigeben.

Luftaufnahme der neuen Brücke (Foto: Jörg Saborowski /EGLV)

Luftaufnahme der neuen Brücke (Foto: Jörg Saborowski /EGLV)

Die Gesamtfertigstellung des Brückenumfeldes plant die Emschergenossenschaft für Ende Juni. Denn neben der neuen Brücke muss der Deich entsprechend an das Bauwerk angepasst werden sowie das Provisorium zurückgebaut werden.

Der Neubau der Brücke Hagelstraße ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Arbeiten der Emschergenossenschaft zur Renaturierung der Emschermündung. Diese wird im Zuge des Umbaus des Emschersystems um knapp 500 Meter nach Norden verlegt. Ein wichtiger Punkt bereits während des Genehmigungsverfahrens war der Hochwasserschutz in dem Areal – und hier wäre die alte Brücke ein Hindernis für potenzielles Emscher-Hochwasser gewesen. Ein Neubau musste her, der einen erhöhten Durchfluss der Wassermassen ermöglicht. Die neue Brücke hat eine Spannweite von zirka 67 Meter, früher waren es nur 28 Meter! Der neue Übergang ist 15,40 Meter breit, die alte Brücke hatte eine Brücke von lediglich 8,20 Meter. Für den Neubau wurden 560 Tonnen Stahl verwendet, für die Widerlager benötigte die Emschergenossenschaft zirka 1000 Kubikmeter Beton.

Erdarbeiten in der neuen Emscher-Aue
Wie geht es nun mit der Gestaltung der neue Emscher-Mündungsaue weiter? Nachdem die Aue bereits in den vergangenen Jahren ausgehoben und die neuen Leitdeiche modelliert wurden, geht es in diesem Jahr nun mittendrin weiter: Im Spätsommer begonnen die Arbeiten für die sogenannte Sohlgleite. Bei dieser handelt es sich um eine Art „Treppenabsätze“ für den Fluss, um den Höhenunterschied zwischen Emscher und Rhein elegant zu überwinden. Die Sohlgleite gibt Fischen aus dem Rhein künftig zudem die Möglichkeit, die Emscher hinauf zu schwimmen! Diese Bauarbeiten werden zirka ein bis eineinhalb Jahren dauern. Sie finden im Bereich der neuen Mündung statt, also weit entfernt von der Wohnbebauung. Die Emschergenossenschaft bittet dennoch um Verständnis, sollte es trotzdem zu Lärmbeeinträchtigungen kommen.

Zum Hintergrund:
Nördlich der Dinslakener Siedlung „Am Stapp“ fließt die Emscher gegenwärtig gradlinig und eingedeicht über ein Absturzbauwerk in den Rhein. Diese Lösung schafft wasserwirtschaftliche Sicherheit, bildet jedoch auch eine bis zu sechs Meter hohe ökologische Barriere zwischen Rhein und Emscher: Die aktuelle Emschermündung weist keine Flächen zur Etablierung eigenstabiler Artengemeinschaften in einem Flussökosystem auf.

Um die Vorgaben und Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, muss die Emscher unter vielfältigen, restriktiven Randbedingungen abschnittsweise und stufenweise ökologisch verbessert werden. An der Emschermündung soll der neu zu schaffende, großflächige Auenbereich mit seiner Strukturvielfalt für gewässertypische Pflanzen- und Tierarten einen wichtigen Bestandteil der neuen Emscher bilden. Mit der Planung soll eine attraktive und ökologisch wirksame Verflechtung der Flüsse Emscher und Rhein erreicht werden.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.