Vom Klärwerk zum Kraftwerk: Bottroper Projekt wird zurzeit auf Leitmesse in München gezeigt

Bottrop/München. Die Emschergenossenschaft präsentiert zurzeit auf der IFAT in München unter dem Motto „Vom Klärwerk zum Kraftwerk“ den Ausbau ihrer Anlage in der Welheimer Mark in Bottrop zu Deutschlands erster energieautarken Großkläranlage. Die IFAT ist die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Dort werden Strategien und Lösungen präsentiert, um Ressourcen in intelligenten Kreisläufen so einzusetzen, dass sie langfristig erhalten bleiben.

Foto: Uli Paetzel (EG/LV)

Der Emschergenossenschaft war es im Februar erstmals gelungen, ihr Klärwerk in der Welheimer Mark ausschließlich mit Eigenenergie zu betreiben. Dabei wurde zum ersten Mal auch die 10-Megawatt-Marke geknackt. Das 2011 vorgestellte Projekt „Hybridkraftwerk Emscher“ ist somit bereits Realität – noch bevor überhaupt alle Komponenten installiert sind.

Zeitweise ist das Klärwerk sogar in der Lage, große Mengen Energie über Bedarf zu produzieren: Zum Zeitpunkt des Knackens der 10-MW-Marke liefen drei Blockheizkraftwerke und die Windenergieanlage unter Volllast, während die erst im Dezember installierte neue Dampfturbine sogar noch etwas Luft nach oben hatte.


Fünf Energieträger

Zum Gesamtpaket „Hybridkraftwerk Emscher“ gehören insgesamt fünf erneuerbare Energieträger – durch die bis zu 70.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden sollen:

 – eine Windenergieanlage mit 3,1 MW Leistung (im April 2016 eingeweiht, neue Rotorblätter seit Anfang Februar 2018)

– vier neue Blockheizkraftwerk-Module mit jeweils etwa 1,2 MW Leistung (im Februar 2017 in Betrieb genommen)

– eine Photovoltaikanlage auf einer Dachfläche von ca. 500 m² (ebenfalls im Februar 2017 in Betrieb genommen)

– eine Wasserkraftschnecke im Ablauf der Kläranlage mit ca. 80 kW Leistung (noch in Planung)

– eine neue Dampfturbine mit mindestens 4 MW Leistung (im Dezember 2017 umgesetzt)