Essen: Katernberger Bach: Arbeiten schreiten gut voran

Essen. Gut voran schreiten die Arbeiten der Emschergenossenschaft zur Abwasserfreiheit des Katernberger Bachs. Mit dem Abschluss aller Kanalbaumaßnahmen an diesem Gewässer ist im Herbst dieses Jahres zu rechnen. Dann ist auch die ökologische Verbesserung des Tieftalgrabens abgeschlossen, der auf einer Länge von knapp 600 Metern die Stadtgrenze zwischen Essen und Gelsenkirchen bildet. Lärmintensive Arbeiten finden bis August noch im Bereich des Pumpwerks Essen-Schonnebeck statt. Die Emschergenossenschaft bittet die AnwohnerInnen um Verständnis.

Luftfoto der Baustelle südlich der Altenessener Straße an der Grenze zu Gelsenkirchen (Quelle: EGLV).

Luftfoto der Baustelle südlich der Altenessener Straße an der Grenze zu Gelsenkirchen (Quelle: EGLV).

Die Entflechtung und ökologische Umgestaltung des Katernberger Bachs umfasst die Schaffung eines neuen Gewässers im Grünzug Essen-Katernberg sowie die naturnahe Umgestaltung des vorhandenen offenen Sohlschalenprofils im Unterlauf. Dies wird voraussichtlich ab 2019 geschehen – ganz aktuell wird jedoch die Voraussetzung zur Renaturierung geschaffen: Mit dem Bau neuer unterirdischer Abwasserkanäle befreit die Emschergenossenschaft das Gewässer den Bach vom Schmutz, so dass er anschließend naturnah umgebaut werden kann.

Zur Trennung von Abwasser und Reinwasser wird die bereits vorhandene unterirdische Gewässerverrohrung künftig als Abwasserkanal genutzt. Im Unterlauf wurde zudem ein neuer Kanal mit Innendurchmessern von bis zu 2,20 Metern verlegt. Die Arbeiten zur Fertigstellung des Abwassersystems befinden sich derzeit auf der Zielgeraden.

Die Betonbauarbeiten für die Herstellung der Sonderbauwerke sind noch in vollem Gange. Das Entlastungsbauwerk für den Stauraumkanal an der Altenessener Straße ist nahezu fertiggestellt. Die Betonbauarbeiten für den Beckenüberlauf Schalker Straße (an der Moschee) wurden begonnen. Aufgabe des Stauraumkanals ist es, das schmutzige Abwasser vom „sauberen“ Regenwasser zu trennen. Läuft der Kanal mit dem Mischwasser voll, sinken die schwereren Schmutzsedimente zu Boden und werden durch den Kanal weiter zur Kläranlage transportiert. Das oben schwimmende, nicht-klärpflichtige Regenwasser fließt dagegen über eine Entlastungsschwelle in das Gewässer – die Klärwerke werden entlastet und die Emscher erhält sauberes Wasser.

Arbeiten am Pumpwerk
Zusätzlich wird die Entflechtung des Pumpwerks Essen-Schonnebeck sowie des kommunalen Oberlaufes fortgesetzt. Die notwendigen Kanalrohre wurden bereits verlegt. Die Herstellung der Schachtbauwerke ist weit fortgeschritten. Zuletzt wird der kommunale Oberlauf zwischen der Eisenstraße und dem Pumpwerk von seinen Sohlschalen befreit.

Parallel zu diesen Arbeiten erfolgt die Erneuerung der Druckrohrleitungen des Pumpwerks. Bis in den August hinein wird es rund um das Pumpwerk tageweise lärmintensivere Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Herstellung und dem Rückbau von Baugrubensicherungen kommen. Die Emschergenossenschaft wird darauf achten, das Lärmaufkommen so gering wie möglich zu halten. Vermeiden lässt es sich leider nicht immer.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.